Fehde beendet, Probleme bleiben

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Ausgabe Nummer 83 - Rahja 1047 BF

Fehde beendet, Probleme bleiben

Streit beim Wengenholmer Schwurbundfest

STEINERNES TAL, Ingerimm 1047 BF. Es ist das Ereignis im Wengenholmer Land, wenn vom 6. bis 8. Ingerimm wieder das jährliche Schwurbundfest stattfindet. Alles gleicht hier dann einem richtigen Volksfest, wenn die verschiedenen Sendriche und Sendrinnen mit ihrem Gefolge anreisen. Während dieser Tage herrscht buntes Treiben im altehrwürdigen Steinernen Tal, es werden Streitfälle geschlichtet, Allianzen geschmiedet, Gesetze beschlossen, Handel betrieben, Ehen vereinbart und noch vieles mehr.

Das diesjährige Treffen wurde mit einer gewissen Nervosität erwartet, trafen hier doch zum ersten Mal die Teilnehmer aus der unseligen Auersbrücker Fehde wieder aufeinander. Und die Befürchtungen derer, die neuen Zwist vorhersagten, sollten sich leider bewahrheiten, denn es hätte nicht viel gefehlt, und der Streit wäre gleich von Neuem aufgeflammt. Aber der Reihe nach …

Bei der Versammlung waren – neben den Vertretern der Sendschaften – wie immer auch Graf Jallik sowie Vertreter der Zwölfgöttlichen Kirchen und die Adligen der Grafenschar anwesend. Hier nun ergriff Lorine Bartelbank, die Sendrin des Ortes Rondrasdank, welcher im Laufe der Fehde durch einen Raubzug arg gebeutelt worden war, das Wort. Sie forderte, dass ihre Sendschaft von den beteiligten Adligen entschädigt werden solle. Was die gute Frau dazu trieb, diesen Antrag einzubringen, werden wohl nur die Götter verstehen – denn die streitenden Parteien hatten bereits Urfehde geschworen.

Insofern ist es nicht verwunderlich, dass es zu einigem Aufruhr kam; der Ritter vom Hartsteiger Thal richtete sogar seine Waffe drohend gegen die Sendrin. Glücklicherweise gelang es einigen der Anwesenden, die Streitenden rasch zu trennen, denn sonst wäre wohl erneut Blut geflossen – und das an einem Ort, der wie kein zweiter für die Einigkeit der Wengenholmer steht. Die ehrwürdige Geweihte Travine aus Adlergang schalt Ritter und Sendrin ausgiebig, und mit Erlaubnis des Grafen verurteilte sie die beiden, gemeinsam das Gemüse für die Festtagssuppe zu schälen. Und Graf Jallik fügte hinzu: „Es ist richtig und wichtig, dass die Wengenholmer Waffen tragen und sich in ihrem Gebrauch üben – aber zum Schutze des Landes gegen äußere Feinde wie den Schwarzpelz; nicht aber im hitzigen Streite gegeneinander. Es ist gerade zwanzig Götterläufe her, dass der Schwurbund erneuert wurde. Er soll durchaus länger als zwei lumpige Jahrzehnte halten.“

Der Antrag der Rondrasdanker wurde daraufhin von der Versammlung mit einfacher Mehrheit abgelehnt, was interessant zu beobachten war. Obwohl die nördlichen Sendschaften um Auersbrück mittlerweile das Land jenseits der Ange kontrollieren, scheinen sie doch nicht stark genug zu sein, um die Versammlung zu beherrschen. Viele der südlichen Sendschaften, vor allem jene aus dem Grafenland um die Urgemeinden Groinhag und Firnstein, scheinen mit den aggressiven Bestrebungen ihrer nördlichen Nachbarn nicht ganz einverstanden zu sein. Wahrscheinlich diente ihnen dieser Vorfall als Exempel, um den firunlichen Nachbarn ihre Grenzen aufzuzeigen. Die durch den Wegfall des Junkers von Zweizwiebeln und der Ritter von Bärenstieg und Bilchtrutz geschwächte Adelsfraktion stimmte derweil geschlossen und harmonisch ab – ein Erfolg des Barons der Geistmark, der dafür sorgte, dass auch widerspenstige Adlige der gräflichen Linie folgten und somit friedlich blieben. Ob sich nun in Zukunft innerhalb der Versammlung drei Fraktionen entwickeln, bleibt abzuwarten.

Mattosch Sohn des Joharl, Karolus Linneger