Brumil Wackerstock verhaftet

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Fehde beendet, Probleme bleiben | ▻ |
Brumil Wackerstock verhaftet
Drifter Baron im Nadoreter Kerker
NADORET, Peraine 1047 BF. Eine überraschende Wendung ereignete sich in dem Konflikt zwischen Baron Brumil Wackerstock und Cantzler Hakan von Nadoret. Während der Belagerung des Bärenstiegs zeichnete sich bereits eine Fehde zwischen den beiden ab (siehe KOSCH-KURIER 82); nun wurde der Baron auf dem Rückweg nach Drift in den Ländereien seines Feindes verhaftet!
Verkleidet als einfacher Händler, hatte Brumil Wackerstock gehofft, unerkannt durch Nadoret reisen zu können. Doch die sorgfältig geplante Täuschung scheiterte – nicht etwa an den Wachen Nadorets, sondern an einem zufälligen Gespräch mit einem Bürger, wie der KOSCH-KURIER erfuhr.
Berichten zufolge enttarnte sich der Baron unabsichtlich selbst durch ein Sprichwort, das ihn seit Langem begleitet: „Sorglichkeit erhält, was Fleiß verdient.“ Dieses für den sparsamen Baron typische Zitat entfuhr ihm, während er versuchte, einen Händler in Nadoret dazu zu bringen, ihm einen Preisnachlass zu gewähren. Ein zufällig anwesender Bürger aus Wackerstocks eigenen Landen, der geschäftlich in Nadoret unterwegs war, erkannte das Sprichwort sofort. Ohne böse Absicht erkundigte er sich bei dem Angroscho, ob er etwa ein naher Verwandter des Barons sei, da er genauso rede wie dieser.
Dies weckte sofort das Misstrauen der Marktwachen, die den vermeintlichen Händler genauer unter die Lupe nahmen und schließlich seine wahre Identität aufdeckten. Der Baron wurde daraufhin ergriffen und in die Festung Nadoret überführt, wo er nun in den Kerkern verweilt. Baronin Neralda Cella von Nadoret ließ bereits durch ihren Herold Bolzer von Vardock verlautbaren, dass ein stolzes Lösegeld für die Freilassung Wackerstocks gefordert werde.
Während die Bewohner Drifts über die vertrackte Situation ihres Herrn tuscheln, bleibt die Frage offen, ob er tatsächlich bereit sein wird, sich mit einem Teil seines hart ersparten Vermögens freizukaufen. Denn wenn eines sicher ist, dann dass Brumil Wackerstock lieber für jeden Kreuzer kämpft, als ihn leichtfertig herzugeben – selbst wenn es um seine eigene Freiheit geht.
Wackerstocks Frau, Gascha Tochter der Gambira, hat derweil die Amtsgeschäfte in der Baronie übernommen und verlautbaren lassen, dass sie die Entführung ihres Gatten durch die „Nadoreter Raubritter“ – wie sie es nannte – nicht hinnehmen werde und sich alle Optionen für die Befreiung des Barons offen halte.
Im Kontrast dazu steht die Stellungnahme des Nadoreter Herolds Bolzer von Vardock. Er argumentierte: „Die Gefangennahme des Barons war göttliche Fügung und Garant für Frieden. Der Ausbruch einer Fehde ist sinnlos, wenn einer der Kontrahenten bereits der Gnade seines Feindes ausgeliefert ist. Wackerstock wird freikommen, wenn dieser seine Drohung, Hakan von Nadoret sein Lehen Durstein zu entziehen, zurücknimmt und die Ehre des Hauses Nadoret durch finanzielle Wiedergutmachung rehabilitiert ist.“
Derzeit weiß nur Satinav selbst, ob sich in dieser Geschichte die berühmte zwergische Sturheit oder das nicht weniger berühmte Nadoreter Machtstreben durchsetzten wird.