Entführung des Prinzenpaares - Vereinte Suche

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Wengenholm, 1031

Urion von Reiffenberg saß auf seinem Streitross und zog das grüne Cape enger um seine lederne Rüstung. Darunter trug er einen wärmendes wattiertes Hemd. Sein Lederhelm baumelte an seinem Gürtel. Auf dem Kopf trug er eine dunkelbraune Biberfellmütze. Am Sattelrücken war der Führstrick befestigt, an dem die zwei Packpferde folgten. Die anderen Pferde hatte er den Greifenfurter Edlen zur Verfügung gestellt, so dass jetzt jeder über ein Ersatzpferd verfügte. An die Koscher Edlen hatte er nicht gedacht, aber die könnten sich sicherlich von ihren Gütern Ersatz beschaffen.
ANTLITZ stampfte unruhig in den Schnee und schnaubte vernehmlich. Sein Atem bildete dicke Schwaden, die Pferd und Reiter einhüllten. Der morgendliche Ritt hatte ihm nichts ausgemacht und man spürte die freudige Erwartung des Pferdes.
War es ein Wiedererkennen oder war es ganz einfach die Situation an sich, die ADRAN irgendwie erregten. Anselm Hilberan von Hundsgrab-Bugenbühl strich wiederholt über den starken Hals seines Streitrosses, um es ein wenig zu beruhigen. Andererseits war dies auch wieder nicht wirklich erforderlich, denn das geschulte Tier ging ruhig und ganz selbstverständlich durch die Furt mit dem zweiten Ross, welches Anselm zur Verfügung gestellt war, im Schlepptau. Und dennoch spürte sein Reiter die innerliche Spannung des Tieres mit jedem Schritt, welchen es tat.
Erlan von Sindelsaum erhob sich vom Boden und bestieg sein Pferd. Ruhig wartete er auf das Zeichen zum Abmarsch.
Der Baron von Zalgo nickte neugierig den Koscher Edeln zu und murmelte ein "Zwölfe zum Gruße". Dann klopfte er beruhigend seinen neuen Roß an den Hals. Er hoffte, daß es gut den Zügeln folgen würde.
Der Wehrmeister erhob sich und ließ seine Truppe aufsitzen. Er selber lenkte sein Pferd neben den Geistmärker und streckte ihm die Hand entgegen.
"Kordan, wie schön euch hier und gesund und munter zu sehen. Die Jagd kann beginnen und mit euch an unserer Seite wird sie sicher ein gutes Ende nehmen!" sagte er lächelnd zum Geistmärker Baron. Gespannt wartete Thorben auf die Anweisungen des Prinzen.
Anselm Hilberan entbot, an einem passenden Moment, ebenso seinen Gruß der Koscher Gesandtschaft. Der Junker von markgräflich Peckackern war ritterlich in einen Wappenrock gwandet. Die Rüstung unter diesem blitzte gelegentlich hervor, die metallisch im fahlen LIcht blitze und wie ein Kettenpanzer anmutete. Der Wappenrock zeigte den mutig steigenden, nach links blickenden Hund, welcher das Wappentier aller angestammten Hundsgraber Adligen war.
Der Schild des Junkes zeigte hingegen das Wappen seines Lehens Pechackerns: Ein dreigeteilter Schild, in der Basis der rote Greif auf Gold, rechts darüber war wieder der Hundsgraber Hund in Gold auf grün zu sehen. Diesem Bild gegenüber sah man eine grüne Tanne auf schwarzem Grund.
Auch der Baron von Nardesfeld hob die Hand und entbot den Koscher Nachbarn einen Gruß. Hinterihm stand das Packtier, welches seine Mutter noch mit zusätzlichen Decken und Proviant hatte beladen lassen. Für den Fall, daß man eine unglückliche Seele im kalten Weiß finden sollte...
Prinz Edelbrecht wandte sich im Sattel um. Hinter ihnen erhob sich in einiger Entfernung den gedrungene Turm von Burg Schmalfurt vor dem Blau des Himmels. Die bunten Farben der Mark, ein leuchtender Fleck vor steingrau und himmelblau. Dort oben, daß wußte der Prinz, stand seine Gnaden Leuenzahn, der ihnen beim Aufbruch noch Rondras Segen gegeben hatte, und beobachtete sie.
Dort ließ er seine neue Heimat zurück. Vor ihm lag die alte Heimat und die ungeklärten Fragen, die über die Zukunft des Hauses Eberstamm entschieden. Die Herausforderung, der er und seine Getreuen sich zu stellen hatten.
"Dann wollen wir also, ihr edlen Damen und Herren. Wir sollten Firuns milde Laune gebührend würdigen und uns eilen", sprach Edelbrecht und trieb sein Pferd an.