Die Gründung des Schetzenecker Kreises

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Die Gründung des Schetzenecker Kreises
Adel strebt Wiederherstellung der alten Grafschaft an
RHÔNDUR, Peraine 1047 BF. „Wahrung der Identität“ – mit diesen drei Worten lässt sich der Sinn eines Treffens, das vor wenigen Wochen in Rhôndur stattfand, auf den Punkt bringen. Dabei gründeten die Herren dreier Baronien im Herzen des Fürstentums den sogenannten Schetzenecker Kreis.
Die Schriftleitung erhielt im Mond der Gebenden die Aufforderung, einen Schreiber nach Rhôndur zu entsenden. Dort nämlich trafen sich die Herrscher der Baronien Metenar, Drakfold und Uztrutz, namentlich Baron Graphiel Blauendorn-Lacara von Metenar, Erbvögtin Efferdane von Neuensteinigen zu Drakfold und Landvogt Metzel d. J. von Uztrutz. Im Gespräch mit dem Schreiber des KOSCH-KURIER konnte keiner der drei mehr genau sagen, von wem die ursprüngliche Initiative zu diesem Treffen ausging. Was alle drei aber einstimmig und fast mit identischen Worten bestätigen, war der Sinn der Zusammenkunft: nämlich die Gründung des sogenannten Schetzenecker Kreises. Alle drei Hochadeligen sind sich einig, dass die Grafschaft Schetzeneck über 800 Jahre (das Gründungsjahr der Grafschaft war tatsächlich 243 BF zur Zeit der Garether Fürsten) ein wichtiger Bestandteil des Fürstentums war und so schnell wie möglich wieder werden sollte. „Im Fürstentum Kosch bedeuten Tradition und altes Recht etwas!“, hieß es. „Und so eine Tradition ist, dass es vier Grafschaften unter einem Fürsten vom Eberstamm gibt, und eine dieser Grafschaften ist Schetzeneck.“
Alle drei betonten, dass die Entscheidung des Fürsten Blasius im Jahr 1029 BF richtig gewesen sei – in Anbetracht der Umstände und des Schicksals Iralda Mechtessas von Bodrin, der Erbin des Grafenthrons. Doch nun würde ihr Sohn, Throndwig Beregon von Bodrin, alsbald seine Schwertleite erhalten. Dann wäre es Zeit, dass er die Grafenkrone trüge und altes Recht, Ordnung und Tradition wiederhergestellt würden.
Auf konkrete Nachfrage des KOSCH-KURIERS, was sie zu den Ansprüchen eines Grafen Wilbur vom See oder eines Reto Hlûthar von Bodrin-Hardenfels sagten, antwortete Landvogt Metzel d. J. von Uztrutz für den Kreis: „Das Haus vom See hat einen alten Anspruch auf den Grafentitel. Aber auf den der Grafschaft Angbarer See! Wir sind der Ansicht, dass Graf Wilbur mit der Herrschaft über diese eine Grafschaft bereits genug Verantwortung trägt. Und was Reto Hlûthar von Bodrin-Hardenfels angeht: Die Erbfolge ist deutlich, und nicht zuletzt die Ernennung zum Pfalzgrafen durch die Kaiserin bestätigt, dass dies auch in höheren Kreisen so gesehen wird!“
Auf die Frage, welche Maßnahmen der Kreis plane, ergriff der Baron von Metenar das Wort: „Erwartet nicht, dass wir nun Intrigen spinnen oder gar Unfrieden im Kosch stiften! Wir wollen in Praios’ Namen die Erinnerung an den Schetzeneck wachhalten, bis sich die rechte Ordnung von selbst durchsetzt. Der Landvogt führte dann aus, dass die Gründung des Kreises nur der erste Schritt sei. Die Gründer wollten sich von nun an regelmäßig treffen, und sie luden alle anderen Adligen der Grafschaft Schetzeneck ein, bei folgenden Treffen zu erscheinen und dem Kreis beizutreten.
Des Weiteren solle unter der Trägerschaft der drei von nun an jährlich in der Mitte des Efferdmondes ein ritterliches Turnier veranstaltet werden. Es werde den Namen „Schetzenecker Treffen“ tragen und im jährlichen Wechsel in Rhôndur, Koschtal und Uztrutz stattfinden. Sobald es wieder eine Grafschaft Schetzeneck gebe, werde es dann durch ein „Schetzenecker Grafenturnier“ in Koschtal ersetzt werden.
Doch damit nicht genug. Da die Grafschaft Schetzeneck ja nicht nur aus Adel bestehe, sondern auch aus vielen braven Koschern und Koscherinnen, solle zusätzlich, ebenfalls jährlich und an den genannten Austragungsorten, Ende Ingerimm ein Volksfest ausgerichtet werden. Dort werde es ein Immanturnier, einen Jahrmarkt und ein Garadanturnier geben. All das solle die Tradition und Erinnerung an die Grafschaft hochhalten und verstärken.
Weitere Einzelheiten waren vorerst nicht mehr zu erfahren. Auch eine Stellungnahme der Alttreuen, die ja bekanntlich eher den Anspruch Reto Hlûthars von Bodrin-Hardenfels unterstützen, konnte noch nicht eingeholt werden. Aber der KOSCH-KURIER wird weiter berichten.