Glücksnickel und Bosnickel

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Aus Koscher Sagenwelt: Glücksnickel und Bosnickel
Wohl jeder könnte eine Geschichte erzählen, wie einer unverschämtes Glück gehabt hat. Manchmal war’s nur Zufall, manchmal Gevatter Phex – doch hier und da könnte ein Glücksnickel im Spiel gewesen sein. Das ist nun ein ganz besonderes Geldstück, auch wenn’s daher kommt wie ein gewöhnlicher Nickel, also ein Kreuzer. Er wandert von Hand zu Hand, von Beutel zu Beutel, und wer ihn hat, dem bringt er einmal Glück. Doch weiß man nichts davon, und wenn man’s wüsste, würde es nichts nützen, denn „Glück lässt sich nicht erzwingen“, wie der Volksmund weiß.
Es ranken sich viele Sagen um die Herkunft der Glücksnickel. Manche glauben, sie kämen aus dem Schatz des Sternenfuchses und seien durch ein kleines Loch in seinem Säckel hinab zur Erde gefallen. Andere meinen, sie stammten aus alten Zeiten, als die Jünger des Phex den Schergen der Priesterkaiser trotzen mussten – und das ging nur mit Glück. Doch das ist wenig glaubhaft, denn würde man nicht merken, wenn man eine derart alte Münze bekäme? – Den Glücksnickel aber erkennt man in der Regel nicht.
Auf jeden Fall soll Wilbur Sumspflog mehr als einmal einen solchen Nickel bei sich getragen haben, und das ist glaubhaft, da er oft in Gefahr geriet und mit heiler Haut davonkam; auch das Vermögen der Stippwitze soll mit einem Glücksnickel begonnen haben, und daher heißt es: „Wer den Nickel nicht ehrt, ist des Talers nicht wert.“
Dreierlei aber kann als sicher gelten:
- Primo: Es sind mehrere solcher Nickel im Umlauf, denn „unverhofft kommt oft“.
- Secundo: Auf jeden Glücksnickel kommt vice versa ein Pech- oder Bosnickel, der Unglück bringt; denn „alles hat zwei Seiten“ in der Welt.
- Tertio: Der Nickel hilft jedem, ob klug oder dumm – bei Letzteren merkt man’s aber mehr. Von daher kommt der Spruch: „Das Glück ist ein Rindvieh.“