Aus Koscher Sagenwelt - Kosch-Kurier 14

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Aus Koscher Sagenwelt

Unweit des Dörfchens Auersquell, welches in den Landen der Baronie Auersbrück zu finden ist, liegt ein kleiner Anger, der dem Herrn BORon geweiht ist. Auf diese werden, wie es im ganzen Dererund üblich ist, die sterblichen Hüllen der Dahingeschiedenen bestattet, deren Seelen bereits auf dem Weg zu einem der zwölfgöttlichen Paradiese sind.

Ein Boronsrad aber hatte es auf diesem Anger, das anders war als die übrigen. Dieses stand dort im Gedenken an einen Rittersmann, der einstens in das Dörfchen gekommen war und dorten sogleich verstarb. Viele Bewohner anderer Dörfer und Dörfer hörten nun vom Ableben des Rittersmanns, doch anstatt zu trauern, freuten sie sich insgeheim, war der Herr doch hart und schnell mit dem beharnischten Handschuh gewesen. Manch ein kühner oder törichter Dörfler dachte sich gar, daß er sich nun an dem Toten ungestraft rächen und dessen Andenken schänden könnte.

Das Borons Rad aber litt nicht, daß es einer vergewaltätigte. Man erzählt, daß jedweder Mann oder Frau, die das Boronsrad aus Leichtfertigkeit beschädigten, am hellichten Tage ohne zuvor etwas zu hören oder zu sehen, eine so empfindliche Maulschelle bekamen, daß ihnen das Hören und Sehen darüber ganz verging.

Auch habe sich von selbst an dem Stein das Abgeschlagene ergänzt, so daß er immer unbeschädigt stand. Dem nagenden Zahn des Alters allein konnte der Stein nicht widerstehen und war allmählich in Stücke zerfallen, wie’s der Lauf aller Dinge ist; die Stücke aber sind hinweggekommen.

(Aus einer alten Schrift, gefunden im Archiv der Angenburg)