Hartsteiger Berggschicht`n - Vorbereitungen für das Zusammentreffen

◅ | Eine Abbaustelle wird gefunden |
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Die Schicksalswürfel werden geworfen | ▻ |
Im Riesenbrunnental, Ende Peraine 1047 BF
Zu ihren Füßen lag eine Art von Klamm, durch die ein winziges Bächlein floss. An einer ihnen gegenüberliegenden Felswand im überschaubaren Talabschnitt waren doch tatsächlich einige Menschen damit beschäftigt, mit Spitzhacken sich ins Innere des Gesteins vorzuarbeiten. Der Abbauort war hier gut einsehbar, denn die Leute hatten die umliegenden Bäume gefällt, damit diese nicht im Weg standen. Aber Sie hatten das Holz wohl auch als Baumaterial verwendet, denn dort, ganz in der Nähe der Abbruchstelle standen zwei einfache Blockhäuser. Offensichtlich war diese Gruppe schon länger hier und der Haufen an Schutt und Schlacke war so hoch wie ein durchschnittlicher Angroscho. Der Rest des Tals bestand aus dürren Bäumen und hohen Sträuchern. Auf Wirolfs Signal hatte sich die ganze Gruppe erst einmal hingelegt und nun begann der erfahrene Jäger zu zählen. Rasch kam er auf acht Menschen und einen Angroscho bei der Abbaustelle und dann ging sein Blick zu den beiden Hütten. Er überlegte kurz, dann meinte er, „Wenn ich schätzen müsste, dann würde ich sagen hier befinden sich insgesamt so an die 15 – 18 Leute. Eine Gruppe baut wohl immer ab, die Andere ruht sich aus.“
Hasmut schnalze mit der Zunge und meinte „Das ist ein Problem. Wenn es zum Kampf kommt, dann kann es nummerisch eng für uns werden. Wir sind nur zu Neunt mit Hund und auch nicht alles Krieger. Vor allem wenn bei denen geübte Kämpfer dabei sind, kann es hässlich für uns werden.“ Wirolf blickte sich kurz um und meinte. „Wie wäre es, wenn alle die eine Schusswaffe haben, sich eine erhöhte Position in dem Wäldchen hier suchen, sich verstecken und dann auf ein Zeichen warten. So können wir Bolzen und Pfeile auf eventuelle Angreifer niederhageln lassen.“ Baerwin war sofort damit einverstanden und meinte, „Kann außer Wirolf noch jemand schießen?“ Die Halbelfe und Balbine nickten zögerlich. „Ich kann mit einem Kurzbogen einigermaßen umgehen.“ erklärte Cildariel. „Aber ich bin keineswegs eine geübte Schützin. Balbine strich sich mit der Hand durch ihr Haar. „Ich kann eine Armbrust benutzen, aber bei mir ist es das Gleiche wie bei Cildariel. Außerdem habe ich momentan Keine bei mir.“ Daraufhin reichten ihr Rigolosch und Baerwin ihre Fernwaffen. „Nimm diese Armbrüste. Wir werden sie wohl erst mal nicht brauchen, da ich zuerst mit den Leuten reden und Baerwin den zweiten Trupp anführen möchte. Das Nachladen bei meiner Waffe geht etwas streng, aber das kriegst du schon hin.
Zu den Anderen gewandt, erklärte der Angroscho: „Ich werde mich diesen Leuten offen nähern und Sie auffordern sich zu erklären. Wenn Sie fliehen oder mich angreifen, eröffnet sofort das Feuer. Wo ihr dabei allerdings hinzielt, bleibt euch überlassen.“ Er blickte zu seinem Schildbruder und Baerwin fuhr fort: „Der Rest kommt mit mir und wir verstecken uns in Rigs Nähe. Falls er wirklich angegriffen wird, müssen wir ihm so schnell wie möglich beistehen. Wenn wir kämpfen müssen, dann tut das entschlossen, aber denkt daran das lebende Gefangene mehr wert sind als Tote, in Ordnung?“ Die Männer nickten und ergriffen ihre Waffen. Hasmut führte seine Hellebarde und Arnhelm einen langen Speer mit sich. Kuniswart zog sein Haumesser und seine Axt aus seinem Gürtel. „Schade, dass die gute Trada nicht mehr bei uns ist. So könnte ich ihr meine meisterlichen Kampffertigkeiten vorführen.“ Hasmut spuckte verächtlich aus und meinte, „Pass lieber auf deinen Kopf auf Junge. Du bist zu jung um hier ins Gras zu beißen. Das gilt auch für den Rest von euch.“ Dann begaben sie sich leise auf Position. Vorsichtig stiegen Sie ins Tal herab, gebückt und immer lausend, ob sich bei der Abbaustelle etwas verdächtiges rührte. Doch die dortigen Menschen schienen mehr damit beschäftigt zu sein, unter den Anweisungen des dortigen Zwerges ihrer Arbeit nachzugehen und deren Lärm tarnte sie gut. Als die Schützen dann in Position waren, gaben Sie Rigolosch ein Zeichen und der Angroscho nickte.
Er nahm seinen Schild zur Hand, ließ jedoch seine Waffe noch im Gürtel, wobei er den Axtstiel so positionierte, dass er sie sofort ziehen konnte. Er blickte zu Baerwin und meinte, „Dann schau ich mal.“ Sein Schildbruder gab ihm den Kriegergruß und der Zwerg schritt anschließend mit festen Schritt zu den beiden Häusern. Als er nah genug heran getreten war, gab er ein donnerndes „Angrosch zum Gruß, Bergleute!“ von sich. Die Männer welche gerade noch den Fels bearbeitet hatten, schraken zusammen, der Zwerg wirbelte herum und alle Augen waren auf ihn gerichtet. „Ich bin Rigolosch, Sohn des Barox und vom Bergkönig beauftragt die Erzschürfer im Gebirge zu kontrollieren. Bist du der Anführer?“ und er deutete auf den anderen Zwerg, der buschige Augenbrauen und kohleschwarze Augen hatte. Nach einem Moment des Zögerns schüttelte dieser Angroscho nur stumm den Kopf und rief dann laut mit tiefer Stimme „Dragnax, Besuch!“ Dann dauerte es wenige Augenblicke, bis eine der Türen von den Blockhäusern aufgerissen wurde. Heraus trat ein bulliger Zwerg mit einer Glatze und einem tiefschwarzen Bart, den er zu mehreren Zöpfen geflochten hatte. Das fehlende Haupthaar schien ihn älter zu machen, als er wohl wirklich war. Er tauschte kurz vielsagende Blicke mit dem anderen Angroscho aus, dann streckte er seine Arme aus und ein breites Grinsen trat auf sein Gesicht.
Dieser Zwerg trug einfache Kleidung, aber eine Art von Kettenweste als Rüstung. Mit offenen Handflächen trat er an Rigolosch heran und meinte „Sei gegrüßt mein Guter. Du hast uns ganz schon erschreckt.“ Rigolosch musterte kurz diesen Angroscho und meinte, „Das war nicht meine Absicht. Führt ihr diese Gruppe an?“ Der Schwarzbart nickte und meinte „Das tue ich. Mein Name ist Dragnax Sohn des Korgsch. Was kann ich für euch tun?“ Baerwins Schildbruder zeigte auf die Abbaustelle. „Jedermann der in den Koschbergen eine Mine betreibt, braucht dafür die Erlaubnis des Bergkönigs. Damit dieser auch seinen angrosch-gerechten Teil von den Erträgen erhält, vergibt er spezielle Genehmigungsmarken und -Schreiben. Seit so gut und zeigt Sie vor.“ Der Zwerg wirkte in Baerwins Augen kurz ertappt, dann sah er sich eiligst um, bis sein Blick wieder zu dem anderen Zwerg ging. Dieser nickte nur knapp und griff an seinen Gürtel. Der junge Ritter, hoffte dass Alle aus seiner Gruppe gut genug versteckt waren und dass er niemanden erspähte. Hasmut und Kuniswart waren direkt bei ihm, während Arnhelm dem Hund Vitus die Hand vor den Mund gelegt hatte. Der Schwarzbart meinte nun wieder zu Rigolosch, „Ihr seit sicher lange marschiert und durstig. Lasst euch zuerst einen Krug Bier geben nach der langen Reise“ Der Zwerg mit den buschigen Augenbrauen trat nun grinsend mit einem Krug heran und Rigolosch griff danach.
Dann ging alles plötzlich sehr schnell. Der Angroscho mit dem Bierkrug hatte geübt einen Drachenzahn hinter seinem Rücken hervorgezogen und war damit Rigolosch angesprungen. Doch der junge Angroscho schien etwas bemerkt zu haben, denn gerade noch rechtzeitig riss er sein Schild zwischen sich und seinen Angreifer. Dann zwang er den Krugträger zum Zurückweichen, indem er mit dem Schild nach ihm schlug und nun rasch seine Axt zog. Der schwarzbärtige Zwerg, riss nun ebenfalls einen tückischen Streithammer mit Dorn aus seinem Waffengehänge und brüllte. „Tötet ihn!“ Das war etwas, was Baerwin gar nicht hören wollte, doch nun gab es keine Zeit mehr zu verlieren.
„Ergreift Sie!“ befahl der Ritter und stürmte aus seinem Versteck los. Die Menschen, welche gerade noch mit ihren Werkzeugen auf Rigolosch losgehen wollten, erschraken sehr, als plötzlich vier bewaffnete Männer sowie ein laut bellender Hund aus dem Unterholz brachen und auf sie zustürmten. Gerade als sich die Bergleute zu ihnen gedreht hatten, ertönte das Summen der Bolzen, die Baerwins Fernkämpfer abgefeuert hatten. Einer der Männer fiel sofort tot zu Boden, einen Bolzen in seiner Stirn, der andere Bolzen ging jedoch fehl. Ein weiterer Mann schrie auf, als sich ein Pfeil in seine Schulter bohrte und dort stecken blieb. Dann waren die beiden Gruppen nahe genug heran, so dass es zum Nahkampf kam.