Hartsteiger Berggschicht`n - Eine Abbaustelle wird gefunden.

◅ | Ein astraler Angroscho |
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Vorbereitungen für das Zusammentreffen | ▻ |
Im Wengenholmer Berge, Ende Peraine 1047 BF
Am nächsten Morgen erwachte die Gruppe wohlbehalten und ausgeruht. Trotz dieser normalen Übernachtung bestanden Balbine Tannerling und Hasmut Weitwurf darauf, so schnell wie möglich von hier zu verschwinden. Das Erscheinen des Geistes hatte Sie mehr mitgenommen als Baerwin gedacht hatte. Aber wer mochte es ihnen übel nehmen. Übernatürliches war die Angelegenheit von Magiern und Geweihten, nicht für normale Sterbliche wie sie und ihn. Doch Baerwin vertraute hier auf die Fähigkeiten seines Freundes Wirolf und dessen Schutzsegen. Was sollte ihnen schon groß passieren, wenn ein Geweihter des Firuns an ihrer Seite war. Als die Gruppe dann bald wieder aufbrach, schien sich Rigolosch aber sorgsam die Gegend einzuprägen, denn der Angroscho hatte augenscheinlich mit diesem Kapitel noch nicht abgeschlossen. Schon alleine der Gedanke, dass hier eine Seele eines anderen Zwerges weiter auf Dere wandelte obwohl sie doch schon längst in Angroschs Schmiede sein sollte, war für den Angroscho eine Belastung. Aber ihm war natürlich klar, dass Sie noch eine Aufgabe hatten und sich seine Freunde auf ihn verließen. Daher konnte er jetzt nicht einfach so alles abbrechen. Aber er würde versuchen dieser armen Seele zu helfen, das forderte alleine schon der gemeinsame Glauben an Väterchen Angrosch.
Festen Schrittes marschierte die Gruppe nun weiter und Baerwin betrachtete die zahlreichen hohen Gipfel, welche majestätisch auf Sie hernieder blickten. Wie alt diese Berge waren, mochte der Mensch nicht einmal einschätzen zu können und ihm war klar, dass sie auch noch hier sein würden, lange nachdem seine Knochen bereits zu Staub zerfallen waren. Der weißblaue Himmel wurde immer wieder von Wolken durchzogen, die etwas von der Kraft der Frühlingssonne nahmen. Die höheren Lagen, waren daher immer noch von Eis und Schnee bedeckt, so dass dies im Sonnenlicht funkelten wie Juwelen. Aber auch wenn der Anblick schön war, verspürte der junge Ritter kein Interesse näher zu gelangen. Dafür hatte er zu viel Respekt vor den mächtigen Gipfeln und den dortigen Elementen. Zur Mittagsstunde meinte Rigolosch, dass Sie bald die Hälfte ihrer Wanderung abgeschlossen und somit nur noch zurück mussten. Woran der Angroscho dies festmachen konnte, war den Menschen schleierhaft, sahen für Sie doch fast alle Berge gleich aus. Doch sie vertrauten seinen Worten, denn bisher hatte er sie immer gut geführt.
Es war nach der Paiosstunde, als die Gruppe sich bereits wieder in Bewegung gesetzt hatte. Rigolosch betrachtete gerade einige der Bergkuppen und schien erneut über etwas zu grübeln. Dann meinte der Zwerg, „Wir sollten hier die Anhöhe noch überwinden. Dahinter müsste sich meines Wissens das Riesenbrunnental befinden. Dort können wir dann übernachten. Vielleicht finden wir auch wieder eine leere Höhle.“ Kuniswart schluckte und nachdem ihm Arnhelm einen verwirrten Blick zugeworfen hatte, meinte er mit leiser Stimme, „Das Tal gilt als verflucht. Manche behaupten es wäre der Wohnsitz des Rabbatzmannes, eines mächtigen Berggeistes. Andere sagen als zu Fürstlich Gnaden 1042 hier ein Stern niederfiel, dass das ganze Gebiet hier nun verdorben ist. Es wird auf jeden Fall von den umliegenden Bewohner gemieden.“ Alle Blicke gingen zu Wirolf, der zur Antwort nur ein Schutzzeichen machte. Baerwin gefiel dieses ganze Gerede von Flüchen und Märchen nicht, daher meinte er, „Es ist unser letztes Ziel vor dem Rückmarsch. Außerdem schlafe ich lieber in einem Tal als ohne Unterstand auf einem der Berge. Habt keine Angst, denn die Zwölfe werden uns schützen.“
Also machte sich die Gruppe an den Anstieg und kaum das Sie auf dem Grat angekommen war, da drang ein Ton in Baerwins Ohr. Der Ton den Metall macht, wenn es auf Gestein trifft. Er hob die Hand, alle blieben stehen und sahen ihn neugierig an. Nur Rigolosch brummte „Ich hab das Selbe gehört. Hier betreibt irgendjemand Bergbau.“ Überrascht blickten alle den Angroscho an. „Hier in dieser abgelegenen Gegend?“ meinte Kuniswart und Hasmut spuckte aus. „Wer hier nach Erz schürft, hat wohl vieles, aber keine Genehmigung dafür. Was machen wir?“ Rigolosch blickte sich rasch um. Ich kann noch nichts erkennen, aber wir sollten weiter dem Geräusch folgen. Wenn dort wirklich Leute Bergbau betreiben, dann werde ich ihre Erlaubnis einsehen. Wenn Sie keine haben, werden wir sie festnehmen und dem Grafen ausliefern.“ Baerwin nickte und meinte „Falls es Angroschim sind, dann bringen wir Sie zum Bergkönig. Denn es ist sein alleiniges Urteil, dass für alle Kinder Angroschs im Koschgebirge gilt.“ Hasmut und Kuniswart sahen sich unruhig an, beide schienen wohl nicht begeistert von der Aussicht zu sein, auf Zwerge zu treffen und dann eventuell noch mit diesen kämpfen zu müssen. Doch gegen Rigoloschs Plan gab es nichts einzuwenden, daher machte sich die Gruppe eiligst daran, ins Tal zu gelangen.
Der Abstieg war steinig und sie mussten noch einige Schritt zurücklegen um erst einmal richtig ins eigentliche Tal zu gelangen. Baerwins Blick wanderte durch die Landschaft und er entdeckte einige dichte Waldstücke, zahlreiche hohe Sträucher und viele Hügel, die das ganze Tal nicht gerade übersichtlich machten. Die Abbaugeräusche wurden derweil deutlicher und sie folgten den Tönen weiter Richtung Efferd. Hier wurde das Tal teilweise durchbrochen von einigen Hügeln und einem Waldstück welche diesen Teilbereich noch mehr abschirmten und nur schwer einsehbar machte. Die hohen Felswände der angrenzenden Berge zeigten recht deutlich, dass es wohl nur einen Zugang über die niedrigeren Hügeln vor Ihnen gab. Doch ihre Ohren täuschten Sie nicht, die Klänge von Stahl der auf Stein traf, kamen von dort. Also gab Baerwin leise den Befehl, die Maultiere hier am Fuße der Hügel anzubinden, das Gepäck abzulegen und in das Wäldchen zu schleichen um Ausschau zu halten. Kaum hatten sie das getan und waren nach oben gestiegen, als sich ihnen der folgender Anblick bot.