Hagen von Salmingen befreit Baruns Pappel

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Kosch-Kurier Sonderausgabe - Tsa 1040 BF

1039 BF: Hagen von Salmingen befreit Baruns Pappel

Baron von Baruns Pappel und Dunkelforst, so lautet der offizielle Titel Hagens von Salmingen-Sturmfels, Familienoberhaupt des Ferdoker Adelsgeschlechts derer von Salmingen. Freilich liegt Baruns Pappel weitab im Tobrischen und war über zehn Jahre durch die Schwarzen Horden besetzt gewesen. So traf es sich gut, dass Fürst Blasius, im Anschluss an die Befriedung der Wildermark, die Koscher Kompagnie Herzogin Efferdane gen Weißtobrien geschickt hatte, um die Wehr des Herzogtums zu verstärken. Tapfer schlugen sich die Söldlinge des Fürsten dort, doch mussten auch viele von ihnen ihr Leben lassen.

Als die Kaiserin schließlich zum Heerzug gen Mendena rief, war auch die Kompagnie Herzogin Efferdane mit von der Partie, doch schien hier das Schicksal des jungen Barons und Hauptmanns der Kompagnie aufzugehen, denn als eine der ersten Baronien galt es, Baruns Pappel zu befreien. Während das Weidener und tobrische Heer sich einen blutigen Weg nach Mendena bahnte, war es an der Kompagnie Herzogin Efferdane, die tobrische Baronie der Salminger zu befreien – was leichter gesagt als getan war. Doch sollen hier die Beteiligten selbst berichten:

Rückkehr nach Baruns Pappel

Die Weibelin Alrike Rakulbruck berichtet:

„Nach all den Jahren in der Wildermark und Tobrien rückten wir nun also in Baruns Pappel ein. Es war unverkennbar, dass der Hauptmann hier mit Herzblut bei der Sache war. Als der Feind uns am Dogul von der Überquerung des Flusses abhalten wollte, war es der Hauptmann selbst, der tollkühn voranritt und allen als Beispiel diente. Er soll angeblich lange beim Kaiserlichen Stab darum gebeten haben, mit uns seine Baronie befreien zu dürfen. Sein Wunsch wurde ihm endlich erfüllt und so ging es los. Das Nordheer der Kaiserin vertrieb die größeren Feindesverbände, doch nicht wenige Dämonenknechte zogen sich in die festen Plätze und dichten, unheimlichen Wälder der Baronie Baruns Pappel zurück. Während also das Hauptheer weiterzog, blieben wir zurück, um die Baronsburg am Dogul zu belagern. Sie war über die letzten Jahre scheinbar kaum in Schuss gehalten worden, und dennoch verteidigten sie die Schwarztobrier bis zum letzten Blutstropfen – wussten die Schurken doch, dass sie von uns keine Gnade erwarten durften! Wer nicht auf der Stelle erschlagen wurde, den knüpften wir auf und ließen ihn vom Bergfried baumeln.“

Die Belagerung der Burg

Der Bannerträger Halmar von Sindelsaum berichtet:

„Baron Hagen ließ uns bereits nach zwei Tagen der Belagerung zum Sturm auf die Burg antreten. Wir waren an Zahl und Kampfkraft deutlich überlegen, doch der Kampf war härter als erwartet. Dennoch gelang es uns, die Burg bereits im ersten Ansturm einzunehmen. Baron Hagen stand, obwohl von einem Armbrustbolzen verwundet, als einer der Ersten auf den Zinnen. Unsere Leute wüteten unter den überlebenden Verteidigern, geschont wurde niemand – und ich konnte den Hass gut verstehen: Zu viele der Unsrigen hatten in den letzten Jahren, ob nun in der Wildermark oder im Osten, ihr Leben lassen müssen. Keiner von uns hatte nicht mindestens einen guten Freund verloren. Nach dem Fall der Burg war unsere Arbeit aber noch lange nicht getan, hatten sich doch zahlreiche versprengte Haffaxianer in die Wälder zurückgezogen und setzten uns immer wieder aus dem Hinterhalt zu. Wir machten vielfach Jagd auf sie, aber sie kannten das Land letztlich besser, und so konnten unsere Streifungen zwar einige Erfolge verbuchen, aber gleichzeitig füllten sich das Lazarett und der Boronanger bedenklich schnell. Zumindest die wichtigsten Wege der Baronie scheinen nun einigermaßen sicher zu sein.“

Erbitterter Widerstand

Die Schmiedemeisterin Ingrimmiane Mühlinger aus dem Tross berichtet:

„Meine größte Sorge bestand darin, dass wir auf die Erzschurkin Charissia treffen könnten! Ich danke den Zwölfen, dass dies nicht geschah. Aber auch die einfachen Leute in den Dörfern und Höfen begrüßten uns nicht gerade mit offenen Armen. Ich traue jedenfalls keinem dieser tobrischen Bauern! Entweder waren sie mittlerweile selbst im Bunde mit den Schwarzen Horden, oder aber sie hatten Angst, dass die Haffaxianer die Baronie zurückerobern und furchtbare Rache an ihnen nehmen könnten, wenn sie mit uns kooperierten. So hatten wir oft den Eindruck, dass die Freischärler im Wald bereits wussten, wenn unsere Leute kamen.

So mussten sie ihre Taktik schnell anpassen und falsche Fährten legen oder gar im Verborgenen agieren. Das war offenbar unserem Hauptmann nicht rondrianisch genug, sodass er zumeist bei uns Trossleuten und seiner berittenen Garde auf der Burg blieb und die Streifzüge im Hinterland seinem Bannerträger, dem Sindelsaumer, überließ.“

Mit Rondras Hilfe

Hauptmann Hagen von Salmingen-Sturmfels, Baron von Baruns Pappel und Dunkelforst, berichtet:

„Die Herrin Rondra hatte uns im Handgemenge am Dogul und beim Sturm auf meine Burg rasche Siege geschenkt, das Schlachtenglück war mit uns, gnädig wenig Blut musste unsere Seite vergießen. Der Feind jedoch akzeptierte, götter- und ehrlos wie er war, nicht seine Niederlage und nicht das gerechte Schicksal, das ihm nun blühte. So versteckte er sich nach unseren Siegen feige im dichten Wald und griff uns nur noch aus dem Hinterhalt heraus an, doch wir ließen nicht locker und gingen immer wieder gegen ihn vor. Da musste ich gleich daran denken, wie es damals gegen die falsche albernische Königin ging – und wie sich die Albernier nach der Schlacht auf Crumolds Auen wie die Wilddiebe in die Wälder schlugen. Doch die ketzerischen Tobrier kämpften, wenig verwunderlich, deutlich erbitterter als die zwölfgöttergläubigen Albernier. Erst, als endlich die Nachricht kam, dass Mendena gefallen sei, erlahmte ihr Eifer deutlich. Und als sich dann auch noch die Nachricht von Haffax' Tod verbreitete, da konnten wir die letzten Aufständischen mit der Leuin Beistand aufreiben. Nur ein paar dieser Verbrecher mögen in die Nachbarbaronien geflohen sein, ihr Gros jedoch wurde im Kampf erschlagen oder gerichtet. Nun müssen wir uns daran machen, den tobrischen Besitz meines Hauses wieder aufzubauen.“

Ein götterloser Landstrich

Der perainegeweihte Feldscher Gnadbold Rübanger berichtet:

„Wir werden der Zwölfe Beistand benötigen, bis dieses Land wieder göttergefällig ist! Doch auch die Unseren hat der lange Krieg unerbittlich gemacht. Dies war deutlich zu spüren, als unsere tapferen Frauen und Männer nach der blutigen Überquerung des Doguls keinem ihrer Gegner das Leben ließen – und selbst der Baron Hagen, der den Glauben an Rondra doch so hoch hält, nicht einschritt, als Wehrlose und Verwundete massakriert wurden. Und nach dem Sturm auf die Baronsburg war es nicht anders. Gnade wurde hier, im finsteren Tobrien, nicht erbeten und nicht gewährt, von keiner Seite. Wo die Waffenträger des Sindelsaumers streiften, baumelten die Leichen der Aufständischen und derjenigen Frauen und Männer, die man für ihre Unterstützer hielt. Doch ich möchte niemandem einen Vorwurf machen, denn auch mir, Frau Peraine möge mir verzeihen, schaudert es vor diesem Land und seinen Bewohnern, denn finster ist Baruns Pappel, und nicht nur verängstigt sind die Menschen hier, sie sind geradezu götterlos! Stellt Euch vor: Ein Landstrich, wo es nicht wenige Familien gibt, in denen nicht nur die Kinder, sondern auch deren Eltern nie einen Geweihten gesehen oder einen Tempel betreten haben, wo viele nicht einmal die Namen der Zwölfe oder das Perainemituns aufsagen können. Und es graut mir, wenn ich daran denke, dass selbst das, was hier auf dem Acker wächst, oft nicht mit Peraines Segen gedeiht. Das befreite Tobrien ist ein trauriges und geschundenes, armes und hoffnungsloses Land. Ich bete zu Frau Peraine und allen Heiligen, dass Baron Hagen nun, nach seinem unzweifelhaft glorreichen militärischen Triumph, nicht blind für die weit größeren Aufgaben in seinem Lehen am Dogul ist. Es wird viele Jahren dauern, bis die immer noch schwelenden Wunden geheilt sind, die in den vergangenen Jahrzehnten Land und Leuten geschlagen wurden.“

Heimkehr in den Kosch

Die Weibelin Alrike Rakulbruck berichtet:

„Die Kämpfe sind – endlich! – weitgehend vorüber, und es kam der lang ersehnte Befehl, in die Heimat zurückzukehren und die Kompagnie abzumustern. Baron Hagen aber hat viele von uns überredet, hier an seiner Seite zu bleiben. Er hat uns guten Lohn und ein Stück Land in Aussicht gestellt. Wir Übrigen machen uns jetzt, unter Bannerträger von Sindelsaum, auf den Heimweg. Ich kann es kaum erwarten, endlich den Helm an den Nagel zu hängen und von meinem Sold eine kleine Gastwirtschaft zu eröffnen.“

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