Baron entmachtet?

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Ausgabe Nummer 12 - Firun 1018 BF

Baron entmachtet?

Ferdoker Reiterinnen entsandt

STANNIZ/HAMMERSCHLAG. Jüngst erreichte unser Redaktionshaus in Ferdok besorgniserregende Kunde aus dem Osten der Grafschaft. Jasmina von Gratenfels, Hauptfrau der 8. Schwadron der Ferdoker Garde hat in einer Eildepesche an Graf Growin und Obristin Govena Glaldis von Hirschingen-Berg von Unruhen in ihrer Nachbarbaronie Stanniz berichtet.

So kursierten dort hartnäckig Gerüchte, wonach Junker Lumin von Dicern mittels einer Bande gedungener Söldlinge den alten Baron Deredan Trumuus von Stanniz in einem nächtlichen Attentat erschlagen und sich zum Herren über die Baronie aufgeschwungen habe.

Ja, man berichtete gar, daß Junker Jumin gar gegen die ihm besonders verhaßten Zwerge von Egrazim vorgehe. Daß zudem seit Wochen weder Nachrichten vom Baron Deredan noch von der in Stanniz stationierten Schwadron der Ferdoker Gardereitere eintrafen, nährte all diese Gerüchte nur, so daß eine Lanze Gardereiterinnen unter Weibelin Femara Kalmbauk aus Hammerschlag aufbrach, die sich ein Bild bon der Lage in der östlichen Nachbarbaronie machen sollte.

In dem Dorf Melnte, das nach Aussagen der Reiterinnen wie ausgestorben wirkte, geriet die Abteilung dann in einen feigen Hinterhalt. Aus vielen Häusern und Verstecken wurden Lanzerinnen und Pferde mit Bolzen von Armbrüsten beschossen, so daß den Gardistinnen ob der Übermacht nur die Möglichkeit zur Flucht blieb.

Nur fünf Reiterinnen und sechs Pferde kehrten von der zehnköpfigen Truppe zurück. Das Schicksal der übrigen Lanzerinnen, die von ihren Pferden stürzten, oder deren Elenviner Rösser getroffen unter ihnen zusammenbrachen, ist dagegen unbekannt, doch muß man mit dem Schlimmsten rechnen. Unter den vermißten befindet sich auch Weibelin Kalmbauk.

Obristin Govena Glaldis von Hirschingen-Berg war aufgrund dieser Depesche aufs höchste erzürnt und entsandte im Einvernehmen mit dem Grafen sofort zwei Lanzen der Schweren Lanzenreiterei unter Leutnant Singer von der II. Schwadron zur Verstärkung der Hammerschlager Garnison.

Zwar kennen wir die Befehle der Obristin nicht, doch es steht zu erwarten, daß die Vorgänge in Stanniz alsbald aufgeklärt und die vermißten Soldatinnen befreit oder gerächt werden. Es sollen von Seiten Frau Glaldis’ auch Worte gefallen sein, wonach sie auch über das Verhalten der fünf geflohenen Gardistinnen höchst ungehalten reagierte, weil sie deren Verhalten, die Kameradinnen im Stich zu lassen und zu fliehen, als höchst unrondrianisch empfinde. Außerdem empörte sie sich darüber, daß die Einheit derart plump in jenen Hinterhalt geraten war und versprach, entsprechende Maßnahmen zur Steigerung der Disziplin und der Kampfesmoral zu ergreifen.

Wir haben diese Zeilen gerade gesetzt, als Badrim, Sohn des Bawin, dessen Familie aus Egrazim stammt, in unserem Redaktionshaus vorbeikam, um einige abgenutzte Lettern zu ersetzen. Badrim seinerseits scheint um das Wohlergehen der Egrazimer Zwerge wenig besorgt zu sein, denn er versicherte uns, daß es keinem Haufen menschlicher Söldner gelingen werden, die Stollen von Egrazim auch nur einigermaßen ernsthaft zu bedrängen, geschweige denn einzunehmen.

H.J.