Fürstliches Ritterturnier zu Angbar 1041 - Über die Notwendigkeit des Ringstechens

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Brodilsgrund, 9. Rondra 1041, Ringstechen am Mittag

"Wie Ringe stechen..?", Bärfried von Sunderhardt blickte sein Eheweib fassungslos an. "Das Einzige was der Bursche sticht, sollten Weib...", der tadelnde Blick Brandas ließ ihn innehalten. Er seufzte. "Gut, was bitte ist Ringstechen?", setzte er dann resignierend hinzu.

Der Sunderhardter war, als ehemaliger Knappe einer unter Reichsacht stehenden Räuberbaronin, während seiner Ausbildung nie in den Genuss gekommen bei einem Turnier mitzureiten. Auch hatte er selbst bisher noch keinen Knappen, den er auf ein solches hätte vorbereiten können.

"Widolf muss im Vorbeireiten mit seiner Lanze soviele Ringe aufsammeln wie möglich. Das erfordert einiges an Geschick.", erklärte sie ihm. Branda war im Gegensatz zu ihrem Gemahl nicht in einer, von der Außenwelt abgeschnittenen Gebirgsbaronie aufgewachsen, sondern brachte lange Jahre ihres Lebens in Baliho und dann später am Grafenhof zu Salthel zu.

Bärfried schnaubte verächtlich. "Was sollen die Knappen denn dadurch lernen? Zeitverschwendung, wenn du mich fragst." Er warf das Übungsschwert in seinen Händen beiseite. "Dabei hätte ich mich so gefreut Widolf zu sehen wie er ein paar Zentralreichern das Fell gerbt." Der Junker zuckte schmollend mit seinen Schultern.

"Ja was weiß ich, ist nun mal so..."

"Schön...", Bärfried suchte den Blick seines Knappen Widolf, "...und wie soll ich ihm nun in aller Schnelle den Lanzengang beibringen, sodass er mich...uns...nicht blamiert?" Er seufzte. "Na los Widolf, aufsitzen..."

Einige Momente später saß Widolf von Trenck auf dem Rücken seines Zossen und blickte unsicher auf die Lanze, die ihm sein Schwertvater reichte. "Ja richtig, das Ende mit der Krone nach vorne...und immer schön gerade halten...dem Ziel entgegen...", wies Bärfried ihn darauf hin ein, doch schien der Knappe immer noch unsicher. Wie schlimm konnte es werden?

Wenig später...

"Na so schlecht hat er sich doch gar nicht geschlagen. Findest du nicht auch?"

"Pffft...", schnaufte Bärfried seine Gemahlin an, "...drei lausige Ringe. Die anderen Ritter müssen denken ich verstehe nichts von meinem Handwerk." Er seufzte. "Naja wenigstens hat er die Lanze richtigherum gehalten und auf dem Pferd ist er auch richtig gesessen."

"Du bist zu streng zu ihm.", kam es daraufhin zurück.

"Nein, ihm mache ich keinen Vorwurf....", Bärfried schüttelte seinen Kopf, "...wenn es darum ginge Rotpelze zu jagen, oder wenigstens...du weist schon...mit Waffen zu kämpfen, dann wäre er ganz vorne mit dabei gewesen."

"Das denke ich auch.", stimmte sie ihm zu.

"Und ob. Ich traue mich sogar behaupten, dass der Bursche mehr Kampferfahrung hat als mancher der Turnierteilnehmer - und damit meine ich nicht die anderen Knappen."

Als Antwort folgte ein freches Grinsen.

"Ist doch so und wenn ich mir diese kindischen Spielereien so ansehe, dann wundert es mich nicht. Ringe stechen.... das ich nicht lache."