Man erntet, was man sät - Zusammenkunft

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Yassburg, 03. -04. Rondra 1041 BF

Zusammenkunft

Langsam rumpelte die gräfliche Kutsche ins Blickfeld der Yassburg. Die Burgbesatzung hatte freilich schon durch Späher von der nahenden Ankunft des Grafen Growin und des Koscher Cantzlers erfahren. Begleitet wurde die Kutsche von einem Haufen zwergischer Axtschwinger aus Graf Growins Gefolge sowie dem Banner „Ingerimms Zorn“ der Fürstlichen Hellebardiere.
Am geöffneten Tor warteten Alvide von Eichental und Vogt Brumil Sohn des Burgom sowie die übrigen Adligen und Hauptleute, um den hohen Gästen ihre Aufwartung zu machen.
Langsam näherte sich die Kutsche dem Tor, bis sie kurz vor der versammelten Menge anhielt und ein schäumender Graf Growin aus der Kutsche stieg. „Brumil. Das geht zu weit!“, rief der erboste Zwergengraf und auch Nirwulf, der nach dem Grafen aus der Kutsche kletterte, wirkte nicht gerade, als wäre er in bester Laune. „Einen Steuertransport zu überfallen. So eine Sauerei.“
Die beiden Zwerge standen nun vor dem verdutzten Begrüßungskomitee. „Wir werden dich unter Gewahrsam nehmen müssen, Brumil.“, verkündete Nirwulf mit belegter Stimme „Und die übrigen Aufständischen auch.“, grollte Growin.
Mit verkniffenen Mienen marschierten die Gräflichen Axtschwinger und die Fürstlichen Hellebardiere auf und griffen sich die Mitglieder des Drifter Bauernhaufens aus der anwesenden Menge. Brumil schien zu überrascht von den Ereignissen zu sein, um große Gegenreden zu schwingen, und folgte daher zwei gräflichen Axtschwingern, bis eine passende Arrestzelle gefunden war.
Alvide von Eichental und ihr Gefolge wurden derweil ebenso wenig belangt wie die Söldner der Koscher Kumpel und doch war die Stimmung denkbar schlecht und angespannt. Für die Besatzung der Yassburg war die Sache klar. Baron Narmur musste durch seine Intrigen geschafft haben, was undenkbar gewesen war, nämlich, dass sich Graf und Cantzler plötzlich auf seiner Seite fanden.

Tags darauf saßen Cantzler Nirwulf, Graf Growin, Baronin Alvide von Eichental und Senach Yann Toberen, der Haushofmeister des Barons Narmur, der gerade aus Drift angereist war, in der Wohnstube der Vogtei beisammen. Trotz der gemütlichen Umgebung war die Atmosphäre angespannt.
Alvide wippte unruhig mit den Füßen und blickte Growin ernst an: „ … Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass Herr Brumil diesen Angriff befehligte - oder auch nur guthieß!“
Growin antwortete mit deutlichem Groll: „Und dennoch wurde sein Wappen beim Angriff gesehen! Ebenso wie das Erkennungszeichen der Aufständischen!“
Senach Yann Toberen pflichtete dem Grafen sogleich bei: „Der Baron lässt ausrichten, dass er bedauere, dass nun auch der Graf erleben musste, worunter er schon seit vielen Monaten leidet. Zugleich hoffe er, dass jetzt die Erkenntnis im Grafen gereift ist, dass Brumil und seine Räuber hart bestraft werden müssen. In diesem Belang bietet Baron Narmur seine volle Unterstützung an.“
Alvide schlug die Hände über den Kopf zusammen: „Warum bei den Göttern sollte Brumil den Steuertransport überfallen haben?! – Wir haben gerade eine Belagerung hinter uns und andere Sorgen! – Und – Wie hätte das bewerkstelligt werden sollen, ohne dass ich es merke?“
Senach antwortete schnippisch: „Der Überfall fand statt. Das ist Fakt. Dass ihr das nicht bemerkt habt, spricht eher gegen euch als für Brumil.“
Alvide funkelte Toberen finster an und ballte die Faust: „Hüte dein freches Mundwerk, du Lakai eines Despoten, sonst werde ich dir Manieren einbläuen.“
Senach schnappte empört nach Luft: „Der Baron wird über eure Meinung zu seiner Person erfahren!“
Nirwulf hob die Arme: „So, jetzt wollen wir wieder zur Sache kommen und persönliche Animositäten zur Seite stellen, ja?“
Growin: „Genau. Also, was ist mit meinen Abgaben?!“
Senach wandte sich an Growin: „Der Baron lässt ausrichten, dass er zu keinen weiteren Abgaben im Stande ist. Er kann euch nicht geben, was euch Brumil und seine Räuber genommen haben.“
Dann wandte er sich an Nirwulf: „Des Weiteren bitten Baron Narmur im Namen Praios' und als Gerichtsherr dieser Provinz um die Auslieferung Brumils und der gefangenen Räuber.“
Nirwulf blickte sorgenvoll: „Wir werden unsere Untersuchungen weiterführen, um herauszufinden, was mit den gräflichen Steuern passiert ist.
Über etwaige Auslieferungen werde ich zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden.“