Der Ruf des Friedwanger Raben 1032 BF: Teil 10

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Texte der Hauptreihe:
K1. Prolog
K2. Teil 1
K3. Teil 2
K4. Teil 3
K5. Teil 4
K6. Teil 5
K7. Teil 6
K8. Teil 7
K9. Teil 8
K10. Teil 9
K11. Teil 10
K12. Teil 11
K13. Teil 12
K14. Teil 13
K15. Teil 14
K16. Teil 15
K17. Teil 16
K18. Teil 17
K19. Teil 18
K20. Teil 19
K21. Teil 20
K22. Teil 21
K23. Teil 22
K24. Teil 23
K25. Teil 24
Autor: ?

Briefspielgeschichte der Golgariten

Markt Friedwang, Wildermark, Anfang Praios 1032 BF

Gregorius trieb sein Ross an, als die grotesken Possen um in ihren Anfang nahmen. Zunächst irritiert, dann zunehmend unschlüssig wohin er seinen Blick wenden konnte, klappte sein Unterkiefer herunter und ein geradezu dümmlicher Ausdruck machte sich auf seinem Gesicht breit. Was beim Namenlosen ging hier vor. Von seinem kampfesmutigen Entschluss auf den Fuß der Treppe zuzuhalten war schon nach wenigen Augenblicken nichts mehr übrig und er drehte sich unschlüssig im Kreise. Als dann noch der närrische Bauer wild tanzend in den Weg hüpfte und sein Kamerad zur Linken schmerzerfüllt aufschrie, schreckte sein Pferd erneut zurück und warf in ab. Blindlings stürzte er wenig heldenhaft zu Boden und blieb einen Moment benommen im Staub liegen. Mühsam hievte er sich in der schweren Rüstung hoch und kam leise stöhnend auf die Beine. Er konnte gegen Untote kämpfen, ja Wunder wirken, aber mit dieser Situation war er heillos überfordert. Unschlüssig wohin er sich wenden sollte, wandte er sich an Dschelefer, der jedoch entgeistert auf sein zum Schaukelstuhl gewordenes Pferd starrte. Konnte das alles wirklich passieren, oder spielten ihm seine Augen einen Streich. Doch der ziegenköpfige Witzbold mit seinem dämlichen Gedicht sprach eine andere Sprache. Nur die Ruhe bewahren…Er huschte zu dem verletzten Knappen, dessen scharlachrotes Blut aus einer Wunde am Rücken rann. So behutsam wie es ihm möglich war packte er ihn und zog in Richtung des Brunnens, weg vom Turmfenster, aus dem der hinterhältige Angriff wohl erfolgt war.

Ein Armbrustmechanismus krachte, diesmal vom Platz her – der Schubkarrenschieber war aus seiner närrischen Trance aufgewacht und hatte geschossen. Dschelefer duckte sich instinktiv, spürte einen überaus harten Schlag an der Schläfe. Mehr als einen Moment lang glaubt er, er sei selbst getroffen worden. Er griff sich an die vermeintliche Wunde. Nein, kein Blut floss, das war nur ein Streifpfeil gewesen. Dennoch war er für einen Moment lang (ob des Schlags der hölzernen Fiederung, aber auch des Schrecks) benommen. Rüstungsgeklirr, seine Gefährten griffen die beiden Angreifer frontal an. Er sah, wie die heimtückischen Schützen erst blank zogen, sich eine kurze Katzbalgerei mit den Golgariten lieferten und dann flohen. Von oben, dem „Steinbock“ aus, schwirrte ein weiterer Bolzen über den Platz, schlecht gezielt prallte er von den Steinen ab, schlitterte ins Nirgendwo. Der Heckenschütze zog hastig seinen Kopf ein. Aber noch war die Gefahr nicht vorüber. Jederzeit konnte ein weiterer Pfeil vom Turm heranzischen. Pferde scheuten, zwei rissen sich los, sprengten mit klappernden Hufen davon und jagten, erneut von irgendetwas erschreckt, wieder zurück, traten den Schubkarren, wiehernd und mit wehender Mähne, beiseite. Ein tolles Durcheinander. Dschelefer zerrte seinen Ordensbruder weiter über den Platz, merkte, wie der Bolzen am Rücken abbrach und Blut, rot und metallisch riechend, herauspulste. Der Knappe wollte etwas sagen, vielleicht vor Scham ob seines Verhaltens. Aber der Instinkt jedes Golgariten, einen Kampf schweigend zu bestehen, überwog. Der Junge presste die Zähne aufeinander, nur seine Hände verkrampften.

Er zerrte den schweren Körper hinter den munter plätschernden Brunnen. Fiel selbst, keuchend und schwitzend, gegen den gemauerten Brunnenrand. Spähte hinüber, am Sockel vorbei Richtung Turm, der wie ein düsteres Verhängnis über dem Markplatz dräute. Sah das Baugerüst aus unbehauenem Holz und das große Tretrad auf der unvollendeten Turmspitze, das wohl den Baukran antrieb. Das Bild flackerte unruhig, das Gefühl der Todesgefahr war noch nicht gänzlich verschwunden, selbst dieser alltägliche Anblick schien jetzt eine finstere, abgründige Bedeutung zu haben. Ein schlanker Turm, der Schuldturm des Marktfleckens vermutlich…Dem Schusswinkel nach konnte der Bolzen nur von dort oben gekommen sein. Er suchte den Snajiper, wie die (in solchen Dingen bewanderten) Maraskaner so schön sagten, fand ihn aber in den verschatteten Fenstern nicht… Ein unterdrücktes Ächzen ließ ihn sich wieder zum Verwundeten umblicken, aber auch zarter Tabaksgeruch. Das kindsgroße Männlein stand zum Greifen nahe neben ihm, in seiner putzigen Joppe, das Gehörn ragte durch zwei Löcher im Hut auf, darunter ein Ziegenköpflein, rauchte Pfeife. Putzig sah es aus, so aus der Nähe, und auch der Tabak roch angenehm, verbreitete eine Art milden Schwindel, wenn man den bläulichen Rauch einatmete. Der Kobold legte seine pelzigen Händen auf den Kopf des Ordensknappen und murmelte etwas in einer Sprache, die aus sehr vielen Vokalen und endlos langen, überaus komplizierten Wörtern zu bestehen schien. Der junge Golgarit lächelte, die Farbe kehrte in sein bereits fahles Gesicht zurück. Auch wenn Dschelefer es nicht sah, wusste er doch, dass sich die üble Wunde gerade schloss. Man konnte es deutlich am Mienenspiel des gerade noch Verwundeten ablesen.

Dann starrte der Gehörnte ihn an, aus unergründlichen Bocksaugen. Ein Lichtblitz in Dschelefers Kopf, nicht grell, eher sanft. Schemen tauchten darin auf, Bilder, die nicht zu dem Marktplatz gehörten…

Ein Hügel. Grünes Gras, das sich im sanften Abendwind wog. Wolken, dazwischen bereits ins Bläuliche übergehende Abendröte. Der Mond war aufgegangen, die ersten Sterne blinkten am Firmament. Ein Fackelzug näherte sich dem Grabmal. Denn es war ein Grab, ein Hünengrab, das sich hier vor dem Hintergrund schwarzer, schneebedeckter Berge erhob, umringt von mannshohen, verwitterten Steinstelen. Weiße Blumen glänzten im letzten Praioslicht. Ein altertümlicher, vielstimmiger, getragener und schwermütiger Gesang ertönte, war es Bosparano, war es Garethi (oder gar Tulamidya?) – er wusste es nicht zu deuten. Vermutlich alles zusammen und wild durcheinander. An der Spitze des Zuges wurde von vier Kriegern eine Bahre getragen, der Leib darauf war von einem buntbestickten Mantel verdeckt, dessen fröhliche Farben so gar nicht recht zu einem Leichentuch passen wollten. Eine Frau, offenbar die Witwe, schritt, ein kleines Mädchen an der Hand, hinterher, hemmte ihre Tränen nicht, ebenso wenig wie ihre Tochter. Ihre grünliche Tunika wirkte ebenso wie der rote Kapuzenumhang vornehm, vor allem die edelsteinbesetzte Fibel in Greifenform

Fünf weitere Bahren folgten, auf denen sich, bereits totenbleich, doch noch lebend, schwer verwundete Kämpfer wanden: Ihre Rüstungen schienen ebenso wie die blutfarbenen Mäntel bosparanischer Machart zu sein, aber die Langschwerter an ihren Gürteln, ebenso wie die roßhaargeschmückten Spangenhelme passten nicht recht zu diesem Eindruck. Ihre notdürftig verbundenen Wunden kündeten von einem schweren Gefecht. Auch viele Teilnehmer des Trauerzugs trugen Verbände. Die Zusammensetzung war schwer zu deuten, einige wirkten thorwalsch mit ihren runden Holzschilden, Schuppenpanzern, pelzbesetzten Mäntel, Lanzen, mächtigen Schwertern und Roßschweifhelmen. Andere erinnerten mehr an Legionäre des Alten Reiches, nicht wenige an Tulamiden, die sich, dunkelhäutig, mit schwarzen Schnauzbärten und einem einzigen Zopf auf den ansonsten kahl rasierten Schädeln, mit Krummsäbeln und Streitäxten in die Nordlande verirrt hatten. Eine regelrechte Völkerwanderung marschierte hier heran, ohne Zweifel die Gefolgschaft des Toten: sicherlich über hundert Leute, darunter, in respektvoller Entfernung, halb von der anbrechenden Dämmerung verschluckt, zahlreiche Alte, Frauen und Kinder. Es wurde jetzt rasch dunkel, die Marschkolonne löste sich auf. Die Bahre des Häuptlings (?) wurde, gefolgt von Witwe und Tochter, in das Hügelgrab getragen - in Begleitung eines Priesters in reinweißer Robe, die mit dem Zeichen der Sonne geschmückt war. Kisten und Krüge mit Grabbeigaben schlossen sich an, einer der Lastenträger hielt einen toten schwarzen Hund in den Armen. Unter den vielen Sklaven (erkennbar an ihren eisernen Halsbändern) befanden sich auch Orks und Goblins.

Die Bahren mit den lebenden Kriegern wurden vor die fünf Menhire gestellt – die auf jeder Seite des Grabmals, mit Ausnahme des Eingangs, aufragten. Man reichte ihnen Trinkhörner, den Durst zu lindern, mit matten, aber dankbaren Blicken labten sich die Waidwunden am Wein. Das Volk versammelte sich schweigend, in einem großen Halbkreis um den Hügel, ihre Gesichter leuchteten grimmig im Flackerlicht der Fackeln, Bärte und zu Zöpfen geschlungene Mähnen waren zu sehen. Ein unwirklicher, entrückter Anblick. Fleißige Hände schichteten einen Scheiterhaufen auf, bald erleuchteten weitere prasselnde Flammen die Szenerie, schwirrte ein Schwarm von Funken hinauf zum Nachthimmel, an dem das Madamal in voller Pracht prunkte. Eine merkwürdige Gestalt sprang in den zuckenden Lichtschein des Feuers – über und über bedeckt mit einem Mantel aus schwarzen Rabenfedern, auch die hölzerne Maske stellte den Kopf des Borontieres (?) dar. Der Schamane schlug eine runde Trommel, tanzte, verfiel in einen krächzenden Singsang, warf Kräuter und Pülverchen in den lodernden Brand.

Zeit hatte mit einem Mal keine Bedeutung mehr, die Flammen, der Schwarze Mann im Rabengewand, die sich im Takt der Trommel wiegende Menge, die Sterne und der Vollmond am Himmelszelt - all das verschwamm zu einem unwirklichen Ganzen. Stunden vergingen binnen weniger Herzschläge – oder war es der dumpfe Rhythmus der Trommel, der ewige Herzschlag der Erdriesin selbst, der hier die Körper wie die Seelen durchdrang? Das Feuer brannten herunter, ein einzelner Schweifstern verglühte am kobaltblauen Nachthimmel. Stille kehrte ein, feierliches Schweigen. Aus dem Hügelgrab, das als schwarzer Schatten im Mondlicht aufragte, traten nun wieder die Trauernden, die Dienerschaft verschloss den Eingang sorgfältig mit Bruchsteinen. Der Rabenmann trat an die Aschereste des Feuers, aus denen noch immer einzelne, arangefarbene Flämmchen züngelten. In dessen Mitte lag, wie in einem Nest aus Glut, ein in rotgoldenem Licht glühendes, trollfaustgroßes Ei. Begeisterte Rufe aus dem Volk, nur die Witwe und der Praiot sahen eher verdrießlich drein, das kleine Mädchen schien sich sogar zu fürchten, schmiegte sich ängstlich an seine Mutter. „Koaal´Karraaah! Koaal´Karraaah!“ jubilierte der Schamane durch die Nacht. „Koaaal´Karraaah! Koaaal´Karraaah!“ antwortete es ihm krächzend aus dem Halbkreis. Auch die Orksklaven schienen begeistert zu sein. Der Schamane nahm, ohne jedes Zeichen von Furcht oder Schmerz, das wie ein Lavabrocken oder ein riesiges Stück Kohle glimmende Lichtei an sich. Schweigend schritt er damit zum ersten Krieger, der auf seiner Bahre lag, kniete nieder und berührte dessen zerschlagene Stirn mit dem E. Der Mann zuckte zusammen, verkrampfte, bäumte sich auf, den Mund weit zu einem lautlosen Todesschrei geöffnet. Ein weißliches Flirren über seiner Stirn – schemenhaft, gespenstisch schälte sich ein Umriss aus dem Körper. Der Schamane wies gebieterisch in Richtung der Steinstele. Schweigend, wie Nebelhauch, glitt der Geisterleib darauf zu, wurde eins mit dem Stein. Auf der Trage blieb ein entseelter Leichnam zurück. Der Rabenmann schritt weiter, wiederholte die Prozedur an der nächsten Bahre. „Koaaal´Karraaah! Koaaal´Karraaah!“ schrie es durch die schwarz-rote Dunkelheit. Ein weiterer Geist verließ seine sterbliche Hülle, schwebte auf seinen Menhir zu. Der Schamane ging um das Hügelgrab herum. In der Ferne, im Dunklen, im taufeuchten Gras, stand ein kleines Männlein, mit verschränkten Armen und beobachtete das Geschehen, eine Art Ziegenkopf auf den Schultern. „Koaaal´Karraaah! Koaaal´Karraah!“ Die im Widerschein des Feuers funkelnden Augen des Kobolds sahen genau…

…in Dschelefers Richtung. Schreiend ruckte der Schwingenführer hoch, befand sich wieder auf dem Marktplatz. Nur wenige Herzschläge schienen im wirklichen Leben vergangen zu sein, auch wenn er das Gefühl hatte, gerade eine halbe Nacht voll Trauer und Ekstase mit durchlebt zu haben. Verwirrt sah er um sich, aber der Gehörnte war verschwunden, nur ein zarter Geruch von Tabakshauch lag in der Luft.

Rüstungsgeschepper vom Gadenhof her lenkte ihn ab. Ein Dutzend Schwergerüsteter, mit weißen Schärpen um die Schultern, klirrte heran, Schwerter, Armbrüste und Hellebarden in den Fäusten. Die uneinheitliche Panzerung, vom Lederkurbul bis zur Brünne, vom Federhut bis zur Schaller, verwies auf Söldlinge. Vorneweg eilte ein junger Geweihter, in rotgolden gefältelter Robe. Die Schärpe mit den zwei goldenen Sphärenkugel und eine goldgeschmückte Filzmütze auf dem Lockenhaupt wiesen ihn als Lichtbringer aus. Drohend hatte der Donator Lumini ein Sonnenszepter erhoben. Hinter ihm schritt, im lichten Sonnenschein wie eine Elbe wirkend, eine Frau, mit einer zwölfschwänzigen Peitsche in der Rechten. Nun, Elbe war vielleicht der falsche Ausdruck: Der weiße Mantel mit dem goldenen Saum verkündete wie die gleichartige Tunika den selbstbewussten Auftritt einer Ritterin des Bannstrahlordens. Eine recht gut aussehende, blondgelockte…nun…Amazone passte wohl auch nicht ganz, wie Dschelefer feststellte. Sie schlug knallend mit der Peitsche auf das Pflaster, als wolle sie ein Rudel wilder Tiere bändigen. Die beiden „Veitstänzer“ hatten endgültig das Goblinpanier ergriffen, auch der Schreihals unter dem Dachboden war verschwunden. Ebenso wie der „Herold“… Die Tempelwache (offenbar handelte es sich um eine solche) schwärmte aus und versuchte den Platz zu sichern, vergrößerte das Wirrwarr einstweilen aber nur noch mehr. Seine Golgariten versuchten unterdessen ihre Pferde einzufangen oder zu bändigen – diejenigen, die noch aus Fleisch und Blut waren. Der Praiosgeweihte stellte sich vor das Schaukelpferd, hob sein Szepter, als wolle er es damit zu Kleinholz schlagen. Empörung loderte in seinem Blick. „Levthachorn“ schrie er erbost. „Hebe dich hinfort, garstiger Kobold, und halte uns nicht länger zum Narren, im Namen des Heiligen Alboran, Wahrer der Ordnung in Dunklen Zeiten!“ Ein hämisches Gelächter ertönte aus dem Nirgendwo, verhallte aber rasch. Der Lichtgeber reckte das Szepter empor in den Sonnenschein, wo es wie eine Fackel zu leuchten begann. „Mächtiger Herr Praios!“ rief (sang) der Geweihte mit kräftiger, klarer Stimme. „Ewige Sonne, Fürst von Alveran, Ordner der Welt und Spender des Rechts! Gewähre Deinem Diener das Recht und die Kraft, Deine Ordnung zu mehren und diesem verwandelten Tier wieder seine wahre, o r d e n t l i c h e Gestalt zurück zu geben.“

Ein heller Lichtstrahl fiel auf das hölzerne Pferd. Es begann zu wachsen: Im Holz erschienen Muskeln, die Mähne, Hufe, geblähte Nüstern und die sonstigen Umrisse eines Pferdekörpers. Binnen weniger Herzschläge klapperten wieder die Hufe von Dschelefers Rappen über den Platz, eher verwirrt als ängstlich schnaubte das Streitross in Richtung seines Herrn. Zufrieden sah der Praiot, wie der Heckenschütze in Bauerngewand und das Armbrust-Weib im unbarmherzigen Griff der Tempelwachen herangeschleift wurden. Die blonde Bannstrahlerin, zwischen deren Brüsten ein mächtiges Sonnenamulett lag, das im Lichte des Nachmittags regelrecht glühte, schritt auf den Brunnen zu. Genauer auf Dschelefer, dessen eigener weißer (wenn auch blutbefleckter) Umhang ihn als Anführer auswies. „Den Götterfürsten zum Gruße, meine Herren. Wenn ich mich vorstellen darf: Praiolyn Geßler vom Heiligen Orden des Bannstrahls Praios.“ Ein arrogantes, aber auch verzücktes Lächeln. „W i r vertreten S e i n Recht und Gesetz hier, ich habe alles mit angesehen…“ Der Schwingenführer wollte etwas sagen, aber die Ordenskriegerin kam ihm zuvor: „Gewiss, es ist unbestreitbar, dass i h r zuerst angegriffen wurdet. Aber auch, dass zu eurer Verteidigung …“ Die Frau stockte kurz, würgte, nein, spie das Wort angeekelt hervor „Magie gewirkt wurde. Was in Markt Friedwang schon aufgrund des Dorfrechts verboten ist. Vor Seinem Hause aber…“ Sie blickte glückselig nach oben, obwohl ihr das grelle Licht in den Augen schmerzen musste, „ vor Seinem herrlichen Heiligtum ist es Frevelei. Wahrlich, ich habe das gehörnte Untier gesehen, mit eigenen Augen.“ Sie wies mit der Peitsche auf das Fass. „Ein Kobold…Fleischgewordene Magie, Spottbild auf jede praiosgefällige Ordnung. Sigban von Ferdok vertritt gar die Auffassung, das es sich dabei um Dämonen aus der Sphäre des Vielgestaltigen Blenders handelt.“ Sie schlug hastig das Sonnenzeichen „Hässliche Knechte des Chaos sind sie allemal. Da frage ich mich natürlich – wie kann es sein, dass `Golgariten´ mit einer solch abscheulichen, dem Himmelskönig spottenden Zauberkreatur im Bunde zu sein scheinen? Oder seid Ihr in Wahrheit Schurken, die sich nur als Diener Seines Bruders ausgeben? Schelme oder Dämonenbündler gar? Erklärt Euch, oder wir werden die Befragung in Sankt Alboran und Gilborn fortsetzen müssen!“