Rahilja - Unterwegs in den Namenlosen Tagen

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Rahiljaforst, 3. Tag ohne Namen 1037

Murgrim Güldenglüh war es ungemütlich, während er mit seinem Pony in Richtung Amaralys unterwegs war. Der Aufenthalt in Angbar hatte viel zu lange gedauert und das hatte er jetzt davon: Er war während der Namenlosen Tage unterwegs. In Angbar hatte er natürlich noch an einem Götterdienst teilgenommen und sich sein Jahreswendlicht abholen dürfen, aber seitdem merkte er deutlich, welche Zeit es geschlagen hatte. Warum auch hatte er nicht mehr Druck gemacht bei den Verhandlungen? Egal, nun war es nicht mehr zu ändern und er wollte nur noch eines: nach Hause in das gemütliche Hügelhaus nach Amaralys zur Familie.

Die Reise war anstrengend genug, aber während der fünf Tage in Angbar zu bleiben, dafür reichte der Geldsack nicht, denn er hatte seinen Aufenthalt dort eh schon überzogen. So war er also erst gestern losgekommen. Neben dem schwülen Wetter, das ihn schwitzen ließ und dafür sorgte, das seine Wasservorräte schnell zur Neige gingen und er zwischendurch an einem Teich umständlich seine Schläuche füllen musste und dabei fast in denselbigen hineingefallen wäre, hatte ihn gestern Abend ein heftiges Wärmegewitter erwischt. Im Gasthaus, in dem er die Nacht verbringen wollte, war kein einziges Zimmer mehr frei und überhaupt hatte man ihn sehr merkwürdig angeschaut. Mit Müh und Not konnte er ihnen etwas Proviant abkaufen - wenn er schon kein Dach über dem Kopf hätte, dann wollte er wenigstens nicht hungern, wenn er schon draußen im Freien übernachten müßte.

Am nächsten Morgen dann erwachte er nach einer unruhigen Nacht. Er hatte sehr schlecht geschlafen, zudem war ihm unwohl, was er auf die Nahrung des Vorabends schob. Geschwächt und übel gelaunt setzte er seinen Weg fort und wurde schon wenige Schritt später vom nächsten Missgeschick gebeutelt, als sein Pony ungünstig auftrat und danach lahmte. So mußte er jetzt übermüdet und mit einem sehr flauen Gefühl im Magen zu Fuß neben seinem Pony gehen - und das, obwohl es schon wieder äußerst schwül war und Murgrim das Wasser nur so den Rücken herunterlief.

Da freute es ihn regelrecht, als er nach der Abzweigung vom Grevensteig in den Schatten des Rahiljaforstes kam, der zumindest etwas Linderung versprach. Es war später Vormittag und vor ihm lagen zu Fuß noch etwa zwei Stunden, bis er endlich daheim sein würde.

Der nahe Wald wirkte beruhigend und beängstigend zugleich. Es war sehr still hier, selbst die Tiere des Waldes schienen in den Namenlosen Tagen Ruhe zu halten. Aber was war das? Hatte er da nicht gerade etwas gehört? Vermutlich spielten ihm seine Ohren einen Streich, missmutig zog er das immer noch lahmende Pony am Zügel und brummelte leise Beschimpfungen in seinen Bart und stapfte mit gesenktem Blick weiter vorwärts.

So wäre er vielleicht bis nach Amaralys gegangen, wenn sein Pony nicht auf einmal erschreckt gewiehert hätte und stehen blieb. Grummelnd und brummelnd schaute er hoch - und erblickte vor sich einen heruntergekommenen, aber hünenhaften Mensch mit wirren Haaren und einem ungepflegtem Vollbart, der einen fürwahr großen Knüppel mit garstig Nägeln und Spornen in den Händen hielt. "Na, was haben wir denn da schönes - einen abgebrochenen Meter und wanderndes Essen", brummte dieser mit einer tiefen Stimme, dann deutete er dem Zwerg, anzuhalten. Aus dem Unterholz kamen weitere Gestalten auf ihn zu...

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