Rahilja - Auf der Fährte

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Rahiljaforst, 12. Praios 1038

Es war am späten Vormittag, als der kleine Trupp aus dem Wald zurück in Richtung der Burg ritt.

Nachdem sie gestern am Vormittag über einen gerade verlassenen Lagerplatz gestolpert waren, hatten Yeomar und Jeobdan die Verfolgung durch den Wald aufgenommen, um die Spur nicht erkalten zu lassen. Baduar und seine treue Waffenmagd Sirala waren indes mit der Jagdbeute zur Wasserburg zurückgekehrt, damit das verletzte Bein von Baduar versorgt werden konnte. Gegen Abend waren dann Siralda, sein Knappe Aedin und auch Baduar selbst aufgebrochen zu der kleinen Jagdhütte am Weiher im nördlichen Forst, um hier die anderen Waffenknechte zu treffen. Auf dem Weg hatte sich Baduar schon Gedanken gemacht, in welchem Zustand sie die Jagdhütte wohl auffinden würden - es war nicht ganz unwahrscheinlich, das die finstren Gesellen, die sich den Rahiljawald als Unterschlupf gesucht hatten, eine dieser Hütten, von denen es im doch sehr großen Forst drei an der Zahl gab, gefunden und für ihre Zwecke genutzt hatten. So schärfte er seinem Knappen und seiner Waffenmagd Vorsicht ein, als sie sich auf den letzten paar hundert Schritt näherten. Doch seine Sorge war unbegründet - die Jagdhütte lag still und verlassen an dem kleinen Weiher, so wie er sie von seinem letzten Besuch hier zusammen mit seinem Vater in Erinnerung hatte.

Sie hatten sich ein wenig eingerichtet und ein wenig gewartet, dann doch schließlich schon etwas gegessen, als die beiden Waffenknechte noch nicht erschienen waren. Diese hatten sich zuerst Zeit gelassen und es war schon recht spät am Abend, als die zwei müde und abgehetzt, aber in Begleitung eines Gefangenen, die kleine Waldhütte erreichten. Der Gefangene war geknebelt und gefesselt und wirkte schwach. Yeomar stieß ihn auf der kleinen Veranda der Jagdhütte unsaft zu Bogen, dann wandt er sich an seinen Freund und Herrn "Einen der Spitzbuben haben wir tatsächlich erwischt. Er hat uns ganz schön auf Trab gehalten, aber schließlich haben ihm auch seine Hasenfüße nichts genutzt. Alles weitere erzähle ich dir gleich, aber erstmal sollten wir diesen Buben hier versorgen und dafür sorgen das er nicht alles mitbekommt, was wir bereden." Dann nickte er Siralda zu und die beiden ergriffen den Gefangenen, um ihn an einen der Bäume zu binden. So konnten sie ihn gut im Blick behalten und sich trotzdem unterhalten, ohne das der Spitzbube alles mitbekam.

Dann setzten sich die fünf auf der Veranda der Jagdhütte zusammen und Baduar ließ sich Bericht erstatten. "Wir folgten der Spur, sobald ihr losgeritten seit. Im ersten Augenblick war uns Phex nicht wohlgesonnen und wir brauchten einige Zeit. Doch dann stieß ausgerechnet Jeobdan auf eine Fährte, der wir folgen konnten. Leise und doch in Eile schlichen wir durch das Unterholz und hielten immer wieder Ausschau, doch die Burschen hatten schon einiges an Vorsprung", begann Yeomar.

Dann fuhr Jeobdan fort: "Wir gaben uns alle Mühe. Am Anfang hatten die Burschen doch einiges daran gesetzt, ihre Fährte zu verschleiern, doch auf Yeomars Spürsinn war auch dieses Mal Verlass. Nachdem ich durch einen glücklichen Zufall in der Nähe des Lagers die Spur aufnehmen konnte, fand er immer wieder Hinweise, die uns weiterführten. Wir mußten einige Zeit durch das Unterholz streifen, bis wir sie schließlich hören konnten. Sie hatten sich in Richtung der Hilsschlucht von dannen gemacht und dort ein kleines Lager aufgeschlagen. Wir zählten sieben Häupter dort, die sich unterhielten und aßen. Solange sie uns nicht entdeckten, beobachteten wir sie einige Zeit um uns ihre Gestalten einzuprägen und zu wissen, mit welcher Bewaffnung wir bei ihnen rechnen mussten."

Hier setzte Yeomar wieder ein: "Dann, als wir uns gerade auf den Rückweg machen wollten, wurden wir fast von zwei weiteren Burschen überrascht, die durch das Unterholz auf das Lager zukamen. Phex sei Dank waren sie nicht besonders auf der Hut, so das wir sie gerade noch rechtzeitig hören und unsere Waffen greifen konnten. Als wir die ersten Streiche gegen sie führten, fuhr ihnen die Angst in die Glieder. Den Burschen dort konnten wir stellen, der andere fuhr sich einen ordentlichen Hieb von Yeobdans Streitkolben ein, konnte aber fliehen. Wir machten uns mit unserem Fund dann vom Acker, da wir der Gesamtzahl nicht viel entgegenzusetzen hatten. Auf dem Rückweg sorgte unser Gast dafür, das wir nicht so schnell vorwärts kamen, wie wir uns das vorstellen. Auch glaubte er, das wir ihm nicht gewachsen wären und versuchte zu türmen. Das Ergebnis seiner Bemühungen . Jetzt haben wir einen von ihnen und er wird uns vielleicht noch ein paar Dinge zu seinen Gefährten erzählen können. Das war jedenfalls die Hoffnung die wir hatten, als wir ihn mitnahmen. Wie geht es eigentlich deinem Bein?", endete er mit seiner Erzählung.

Baduar nickte anerkennend seinen beiden Waffenknechten zu. "Gut gemacht. Wollen wir hoffen, das wir den Vogel zum Singen bekommen. Um die acht übrigen zu stellen, brauchen wir aber mehr Bewaffnete. Sie werden sich jetzt vermutlich erstmal ein sicheres Versteck suchen, vielleicht tiefer in die Braunhilsschlucht hinein, vielleicht aber auch anderswo. Eigentlich sollten wir sehen, das wir sie nicht mehr aus den Augen lassen, aber uns fehlen an allererster Stelle mal Leute dafür. Wir werden heute Nacht hierbleiben und morgen früh zur Burg zurückkehren, wo wir diesen Kerl in sicheren Gewahrsam nehmen werden. Dann werde ich in den Dörfern ein paar weitere Häupter requirieren und diese Lausbuben aus dem Wald treiben", sagte Baduar ernst und warf dabei immer wieder finstere Blicke zum Gefangenen herüber, dem es langsam mulmig wurde in seiner Haut.

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