Moorbrückerin sichtet Ding in den Sümpfen

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Texte der Hauptreihe:
K1. Moorbrückerin sichtet Ding in den Sümpfen
Tsa 1023 BF
Moorbrückerin sichtet Ding in den Sümpfen

Kapitel 1

Autor:?

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Ausgabe Nummer 28 - Tsa 1023 BF

Moorbrückerin sichtet Ding in den Sümpfen
Neuer Schrecken haust im Pfuhl aus den Magierkriegen

Moorbrück. Geheuer war der Moorbrücker Sumpf seit seiner mysteriösen Entstehung in den Magierkriegen gewiss nicht und sein erneutes Wachstum durch daimonidische Kräfte vor nunmehr 4 Götterläufen machte ihn wahrlich noch unwirtlicher und gefährlicher. Dennoch wagen sich die unerschrockenen Moorbrücker immer wieder bisweilen tief in das Sumpfland. So auch erreichte uns Kunde von einer bis heute unbekannten ungeheuerlichen Kreatur.
Schon seit einiger Zeit wollen manche Moorbrücker das Wesen, seinen Schatten, zumindest aber seine Spuren gesehen haben – doch allesamt ungenau, zu nächtlicher Stunde oder mit berauschtem Kopfe. Mal soll es ein trollgroßer Dämon, mal eine schrittgroße Kröte, mal ein stinkender grüner Moosklumpen mit Armen, der lautlos durch den Schweinepferch kroch, gewesen sein. Bei den Moorbrückern wird es gegenwärtig nur als das „Ding“ bezeichnet.
Naddel Funditinger, eine Bauerstochter aus Donken, die es wohl zur Tagesstunde und aus der Nähe gesehen hat, hat uns nun die erste detailliertere Beschreibung vorgebracht.
Die 17jährige Naddel, Großnichte des bekannten Bauern Dappert, hatte sich auf der Jagd nach Sumpftrappen tief in das Ried begeben. Bereits zwei Trappen hatte sie auf einer feuchten Wiese aus dem Schilfdickicht heraus mit ihrer Schleuder erlegt, als sich urplötzlich aus einem nahegelegenen Sumpfloch etwas zu erheben begann.
Wie gebannt hatte sie noch mehrere Herzschläge auf das unsägliche Geschöpf geblickt, das sich ihr langsam, unverständliche Laute von sich gebend näherte. Dann ergriff das Mädel, die Trappen vergessend, die Flucht.
Als wohl über 12 Spannen groß, von überaus plumper, aber humanoider Gestalt hat Naddel das „Ding“ beschrieben. Von braun-grüner Farbe sei’s gewesen, gänzlich überzogen von arm- bis fingerdicken grünen, rankenartigem Geäste oder Adern, da bisweilen pulsierend. Ohne jegliches Haar, doch hingen Moos und Blättergewirr von ihm herab und gestunken habe es wie das schlimmste Moorloch.
Aufgrund der vergangenen Geschehnisse scheint es wahrscheinlich, daß es sich hier um eine Kreatur dämonischen Ursprungs handelt, deren Macht und Gefährlichkeit, wir hingegen gegenwärtig noch nicht ermessen können.
Phex sei Dank kann man ihr wohl entkommen, so man es versteht, sich schnell durch das Moor zu bewegen, doch mögen Praios und Travia all die unbedachten Menschen und Häuser am Rande des Sumpfes schützen und den Wanderer durch diesen Landstrich warnen wir mehr denn je: „Sei achtsam wohin Du trittst und was am Wegesrande lauert!“
Die Wächter Rohals, die von ihrem Ordenshaus Eisenkobers Wacht aus den Sumpf in Augenschein halten, sind nach diesem Vorfall durch zwei Brüder aus Angbar verstärkt worden. Bislang hatten die Weißmagier die Existenz des „Dings“ stets abgestritten.

Helmbrecht Jolen