Man erntet, was man sät - Eckbarts Ritt geht zu Ende

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Rabenfeld, Praios 1041 BF

Eckbarts Ritt geht zu Ende

Eckbart von Hirschingen ließ seinen Blick über das Umland des Ortes Rabenfeld gleiten. Hier war ein guter Ort, um eine Rast einzulegen. Seitdem sie Yassburg verlassen hatten, hatten Eckbart und seine Reiter auf Waldböden und unter freiem Himmel genächtigt. Stets waren sie in Bewegung geblieben und hatten Unfrieden und Unruhe hinter den feindlichen Reihen gestiftet. Erst gestern hatten sie den Bärenklammer Spießläufern auf deren Weg nach Thûrbrück zugesetzt. Gegen Abend des heutigen Tages hatten sie schließlich Rabenfeld erreicht. Der kleine Weiler gehörte zum Junkergut Zwischenbrücken. Da die Leute der Junkerin trotz ihrer Abwesenheit auf Seiten Narmurs stritten, sah Eckbart den Ort als legitimes Fehdeziel an. Ihren Spähern zufolge war Narmur auf dem Marsch auf Yassburg nach Süden gezogen, während Barmine von Rüpeln und ihr Waffengefolge gestern Thûrbrück erreicht hatten. Eckbarts Schar war zu klein, um Narmurs Haufen bedeutende Verluste zu bescheren, aber das war ja auch gar nicht ihre Aufgabe. Vielmehr sollten sie den Besitz Narmurs und seiner Verbündeten angreifen und damit dafür sorgen, dass diese einen Teil ihrer Streitkräfte zum Schutz ihrer Besitzungen zurückhalten mussten und nicht für den bevorstehenden Angriff auf die Yassburg einsetzten konnten.
Daher hatten Eckbarts Leute auch den Zehntscheuer der Junkerin in Rabenfeld angesteckt, während sie die verängstigten Bauern verschont hatten. Nachdem Eckbart die aranische Reiterin Leilalinde als Späherin nach Norden ausgeschickt hatte, machten er und sein Waffengefolge es sich in einer Scheune für die Nacht bequem. Morgen, in aller Frühe würden sie weiterziehen, heute abend war es bereits zu spät, um erneut aufzubrechen.

Am gleichen Abend

Matrescha von Stanniz auf Steinberg lächelte. „Wie unachtsam, Eckbart!“, dachte die Ritterin. Nur einen einzigen Wachposten hatte der Gefolgsmann des Verräters Brumil aufgestellt. Der Kerl war zudem auch noch alles andere als aufmerksam. Er schien sogar immer wieder wegzunicken. Jedenfalls hatte er die Ankunft von Matrescha und den Reitern aus Narmurs Heer nicht bemerkt. Anstatt die Yassburg mit seinen Truppen von Süden her anzugreifen, hatte der Baron sich nämlich dafür entschieden, seine Truppen in Thûrbrück zusammenzuziehen. Ein Umstand, der ihnen hier nun in die Hände spielte. Der Flammenschein der brennenden Zehntscheune hatte ihnen durch die Dunkelheit den Weg gewiesen und ein verängstigter Bauer hatte ihnen berichtet, wo sich die feindlichen Reiter versteckten. Doch ihre Vorsichtsmaßnahmen waren wohl übertrieben gewesen. So hatten sie die Hufe ihrer Pferde umwickelt und auch ihre Rüstungen eingerußt, damit diese in der Dunkelheit nicht glänzen würden.
Matrescha hatte ihren Plan gefasst, erhob sich von ihrer Spähposition und kehrte zu dem Rest ihrer Truppe zurück.

Kurz darauf donnerte der Trupp der Steinberger Ritterin auf den Dorfplatz von Rabenfeld. Der entsetzte Wachposten schrie noch Alarm, doch dann wurde er durch zwei Armbrustbolzen niedergestreckt. Noch bevor sich die verdatterten Leute Eckbarts richtig von ihren Nachtlagern erheben konnten, waren Matrescha und ihre Leute schon unter ihnen. Gnade wurde keine gewährt. Die angsterfüllten Schreie von Eckbarts Reisigen verstummten schnell. Eckbart von Hirschingen selbst wurde aus seinem Bett gezerrt und auf den Dorfplatz gestoßen. Faustschläge und Tritte donnerten auf den Ritter darnieder, aber Matrescha machte dem schnell ein Ende. „Der ist zu wertvoll zum Töten.“, rief sie ihren Leuten zu, und so wurde der protestierende Eckbart gefesselt, und als Matrescha sein Geschrei zu viel wurde, auch noch geknebelt.
„Hängt den Rest seiner Leute auf.“, befahl sie derweil. „Aber die sind doch schon alle tot.“, wandte einer ihrer Reisige ein. „Ist egal.“, erwiderte die Ritterin. „Es ist dennoch ein Zeichen.“

Am nächsten Morgen baumelten die sechs Begleiter Eckbarts von Hirschingen von den Ästen einer kräftigen Buche. Der Ritter wurde von Baron Narmur als Gefangener auf seinem Zug nach Thûrbrück mitgeführt. All dies beobachtete Leilalinde Azilasuni aus der Sicherheit ihres Versteckes heraus. Als einzige Überlebende von Eckbarts Ritt war es ihre Aufgabe, Vogt Brumil vom schrecklichen Ausgang ihres Rittes zu berichten.