Man erntet, was man sät - Bergluft

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Baronie Drift, Anfang Peraine 1040 BF

Bergluft

Im Ambossgebirge.
Blankpolierte Brustpanzer und Hellebarden blitzen in der Sonne. Ein Halbbanner Soldaten der Drifter Garde steigt einen schmalen und steinigen Pfad ins Ambossgebirge hinauf. Vorneweg leiten drei Reiter der Drifter Zollreiter ihre Pferde am Halfter, angeführt von Palina von Polk, die es sich nicht nehmen lässt, trotz des abschüssigen Geländes und des von Schneeverwehungen unterbrochenen Pfades hoch zu Ross den Gebirgspfad zu bezwingen.

Etwa in der Mitte des Zuges schreitet Kruth Krilutzkoff von Kreiben neben Senach Yann Toberen. Ihre Pferde werden von zwei Gardisten geführt.
Beide unterhalten sich angeregt miteinander und beachten kaum die Umgebung.

Von Kreiben: „ … Nein Toberen! Der Baron hat schon richtig gehandelt, als er Zarabas vom Rabenfelsen stoßen ließ. Damit hat er gezeigt, wie mit Verrätern umzugehen ist!
Dieser gierige Pfeffersack war mit seinen Wucherzinsen drauf und dran, das Land in den Ruin zu stürzen! …
Jetzt hat der Baron wieder Luft zum Atmen …
Und endlich das nötige Geld, um das Land endgültig zu befrieden!

Toberen: „Aber er hat sich einen neuen Feind geschaffen. Er hätte nicht den gesamten Besitz der Zarabas konfiszieren sollen.
Man verkraftet leichter den Tod des Vaters als den Verlust des Erbteils.“

Von Kreiben winkt ab: „Karine? … Die ist keine Herausforderung! Sie mag es geschafft haben, den unzufriedenen Bauern Honig ums Maul zu schmieren, um sie für ihre Sache zu gewinnen.
Aber weder sie noch ihre Bäuerlein werden den Mut aufbringen, uns in einem offenen Kampf gegenüber zu treten …
Und wenn, dann war das ihre letzte Torheit!“
Von Kreiben lacht, ehe er fortfährt: „Ihr werdet sehen – sobald wir in Durstein ankommen und mit den Säbeln rasseln, wird diese … Besatzung … so schnell vergehen, wie sie gekommen ist."

Toberen: „Dann werden sie sich nach Hammerberg oder anderswohin zurückziehen, wo wir ihrer nicht so leicht habhaft werden können.“

Von Kreiben schmunzelt: „Soll sie nur. Wie es aussieht, hat Karine bisher darauf verzichtet, Durstein zu plündern. Sie würde also mit leeren Händen nach Hammerberg kommen…
Und diese Gauner dort würden uns Karine wahrscheinlich für eine Flasche Schnaps ausliefern …
Sollen sie nur nach Hammerberg!“

Toberen: „Und der Albenhuser Bund? Urbald Zarabas hatte Freunde dort.
Der Handel im Drifter Hafen hat bereits merklich nachgelassen. Und wenn sich Karine als zäh erweist, wird sie womöglich Unterstützer für ein militärisches Eingreifen im Bund finden.“

Von Kreiben: „Die Händler werden wieder kommen. - So wie die Fliegen zum Dreck.
Derweilen sorgt das Haus Neisbeck für die nötigen Waren.
Und Karine wird sich bald zu ihrem Vater gesellen.
Und jetzt verschont mich mit euren ständigen Zweifeln, Toberen.
Ich werde dem Baron von eurem mangelnden Vertrauen berichten müssen …“
Mit diesen Worten lässt sich Von Kreiben sein Pferd übergeben, steigt auf und bahnt sich mit einem barschen „Platz da!“ den Weg an die Spitze des Zuges zu Palina von Polk.


Kurze Zeit später. Zwei Gestalten in bäuerlicher Kleidung nähern sich von der Bergseite her dem Tross und steuern auf Kruth von Kreiben zu.

Kruth von Kreiben brüllt ihnen entgegen: „Was ist denn schon wieder!? …
Was hast du uns diesmal wichtiges mitzuteilen, Alrik?“
Eine der beiden Gestallten: „Nehmt nicht diesen Weg, Herr von Kreiben! … Oder lasst mich wenigstens erst hinaufsteigen und nachsehen, ob uns von dort keine unangenehme Überraschungen erwarten!“
Von Kreiben blickt den Hang empor: „Von da oben?...
Gut … Aber beeil dich! Es passt mir nicht, wenn ich warten muss. Bei Rondra, wenn alle unsere Späher so währen wie du, kämen wir überhaupt nicht voran!“

Die zwei Gestalten steigen eine steile Bergflanke empor und verschwinden rasch im Unterholz. Die Soldaten legen ihr Zeug ab und nutzen die Pause, um zu trinken und zu plaudern.

Von Polk: „Was fürchtet ihr, Herr von Kreiben?
Die paar Brocken, die uns auf den Kopf fallen könnten, werden uns doch nicht abhalten!
Vergesst nicht. Es ist keine Armee, die uns gegenübersteht, sondern ein Haufen verlauster Bauern, angeführt von einer auf Rache sinnenden Händlerstochter!“

Kurz darauf.
Der Späher Alrik und sein Gefährte haben einen bewaldeten Hang überquert und nähern sich vorsichtig eine steilen Felsenklippe. Von ihrer Position aus haben sie einen weiten Blick über die Umgebung. Tief unter sich sehen sie den Pfad. In der Ferne sieht man die Rauchschwaden der Schmieden von Durstein.

Späher: „Alrik, schau nur! … Der Trupp hat sich wieder in Bewegung gesetzt! Sie wollen den Durpass überqueren!
Alrik blickt kurz auf den Pfad hinab. Dann deutet er mit Entsetzen auf die gegenüberliegende Bergflanke: „Bei allen Göttern!“
Wie aus dem Nichts löst sich dort eine Gerölllawine und rollt laut donnernd auf den Pfad zu. Die beiden Späher können nur noch beobachten, wie der Trupp unter einer Wolke aus Staub und aufgewirbeltem Schnee versinkt.
Augenblicke später stürmen aus allen Richtungen mit Armbrüsten und Spießen bewaffnete Bauern, Knechte und Mägde auf die Drifter Garde herab. Von den Bergflanken hallt es laut:

„TOD DEM BORNISCHEN BLUTHUND!“ „TOD DEM BARON!“