Fürstliches Ritterturnier zu Angbar 1041 - Aerin Thomundson

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Brodilsgrund, 9. Rondra 1041, Ringstechen am Mittag

Mit grade einmal vierzehn Götterläufen war Aerin sehr Stolz am Ringstechen teilnehmen zu dürfen. Unter den strengen Blicken ihres Schwertvaters hatte sie den Lanzengang auf der heimischen Burg immer wieder geübt, Durchgang für Durchgang bis ihr der Arm zu schwer wurde um die Lanze zu halten. In der Zeit als Knappin hatte sie deutlich an Kinderspeck eingebüßt, denn ihr Schwertvater schonte sie nicht. ‚Das Leben macht keine Geschenke!‘ Sagt er gern, denn wer etwas wollte musste es sich verdienen.

Ziemlich nervös hatte sie sich auf ihren Ritt vorbereitet. Nicht etwa weil sie Angst hatte zu versagen und Dragowin zu enttäuschen, sondern weil sie derart viele Menschen einfach nicht gewohnt war. Sonst schauten ihr immer nur ihr Schwertvater und einige Bewohner von Baldurswehr zu, aber hier waren so viele andere fremde Menschen. Tief durchatmend ritt sie an, besann sich auf ihre Lehrstunden und senkte die Lanze. Kaum bekam sie mit wie sich ein Ring nach dem anderen auf dem sperrigen Gerät einfädelte und dann war es auch schon vorbei. ‚Sieben!‘ Dachte sie ungläubig als ihr Blick über die Lanze glitt und sie ihre Leistung nachzählte. Eilig trieb sie ihr Pferd zurück, froh die schwere Lanze los zu werden und sprang behände aus dem Sattel. Als sie anschließend in Richtung Dragowins rannte musste sie fröhlich auflachen, fiel ihr doch auf das sie tatsächlich versucht hatte noch im Sprung blank zu ziehen. Ihr Schwertvater nutzte dieses Manöver gern um Räuber und Gesindel damit zu übertölpeln – voranpreschend sprang er aus dem Sattel, zog beide Schwerter und überrannte schlicht jedwede Gegenwehr. Das Leben macht eben keine Geschenke, es bedeutet den Tod.

Ihr rotblondes Haar wehte leicht als sie im für die Tribüne schlechter einzusehenden Bereich bei Dragowin angelangte. Mit ihren großen blauen Augen schaute Aerin zu ihm auf, die Freude über ihr Ergebnis deutlich ins Gesicht geschrieben. Noch viel mehr freute sie sich allerdings als sie Gelobt wurde. Das Aureus später gleich alle 10 Ringe auffädeln sollte, tat ihrer guten Laune keinen Abbruch – immerhin müsste dieser bald ja auch die Schwertleihe empfangen. Tatsächlich tat er ihr ein wenig Leid, denn sein Schwertvater und Vetter hatte Krank in der Heimat zurückblieben müssen und so konnte Aureus auch noch kein Lob für seine Leistung von ihm bekommen.