Fürstliches Ritterturnier zu Angbar 1041 - Adaques Finale

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Brodilsgrund, 19. Rondra 1041

Adaque Silmariel Etiliana von Mersingen m.H. saß auf ihrem Dunkelfuchs aus Rappenfluher Zucht. Sie tätschelte Madaleth noch einmal kurz liebevoll den Hals und sandte ein kurzes Gebet an Tharvun. Dieser sollte dafür sorgen das ihr geliebtes Pferd auch dieses Duell ohne Verletzungen überstand. Ihr Gegner brauchte noch einen Moment was Adaque die Gelegenheit gab kurz über den bisherigen Verlauf des Turniers nachzudenken.

Ihr hatte Angbar ausnehmend gut gefallen und sie hatte fest vor bei der nächsten Gelegenheit noch mehr Zeit in der Stadt zu verbringen. Vor allem aber auch mehr Geld mitzubringen. Am besten gleich noch einen weiteren Wagen... was es hier an Handwerksstücken gab suchte seinesgleichen. Auch der Besuch im Ingerimmtempel war besonders gewesen. Sie hatte sich dem Himmlischen Schmied noch nie so nah gefühlt. Die Gaststuben Aventuriens waren auch etwas was sie in dieser Form noch nie gesehen hatte. Bei einem Besuch dort hatte sich sogar eine interessante Lösung für ihre Baduarsburg in Gareth gefunden.

Was ihr dagegen nicht so gut gefallen hatte war der Verlauf des Turniers.
Jemand der sie kannte würde das zunächst nicht ungewöhnlich vorkommen. Adaque war kein Freund vom Kämpfen zum Spaß... ehrlich gesagt noch nicht einmal zu Übungszwecken. Würde sie nicht in der Heldentrutz leben sondern in der sicheren Goldenen Au oder ähnlichen Gegenden... sie würde ihr hart in der Knappenzeit erlerntes Können im Waffenhandwerk umfassend vernachlässigen. So zwang sie sich ihr Können zu bewahren aber Freude empfand sie dabei nicht.
Auch war ihr natürlich bewusst was ihr Stand mit sich brachte...gerade in Weiden. So hatte sie, ganz selbstverständlich bei dieser großen Rundreise die sie mit ihrem Mann und ihrer Familie zusammen unternommen hatte, natürlich an jedem Turnier teilgenommen. Die Götter hatten es gefügt das sie dabei fast jedes Mal weiter als ihr Gemahl gekommen war.
Doch das war es nicht was ihr an diesem Turnier nicht gefallen hatte.

Es fing bei dem Ausscheiden von Firian an. Sie wusste natürlich ob des Rufes ihres Mannes und seiner, nun auch ihrer, Familie. Ebenso das nicht viele Standesgenossen seine guten Seiten kannten und sahen. Doch bei der Begegnung mit diesem Ritter Falk... wenn sie es nicht besser wüsste und so etwas den braven und grundehrlichen Koscher nicht zutraute. Sie hätte jedenfalls an eine Verschwörung glauben können. Der Gegner ihres Gemahls war wie man hörte ein uralter Mann von über 70 Wintern. Dazu mit zweifelhaftem Auftreten und nicht selten verwirrten Geist und Handlungen.
Firian zwar streng nach den Lehren des Alten vom Berg erzogen war natürlich nicht gefeit gegen Hochmut und hatte die Strafe dafür gleich bekommen. Siegessicher zog er in die Bahn und war dann von einem Ritter dessen Tjost absolut nicht zu dem vorher genannten Beschreibung und Zustand passte aus dem Sattel gehauen. Adaque zwang sich immer wieder nicht länger über diesen Auftritt nachzudenken. Tat sie es nämlich kam sie immer wieder zu dem gleichen Ergebnis. Ein Mann von über 70 Wintern und in angeblich so einem Zustand passen besiegt worden. Eigentlich konnte der Berichtete Falk unmöglich so kämpfen. Zumal er dann in dem anschließenden Kampf kläglichst ausschied.
Ebenso fingen einige an, Firian im Anschluss des Kampfes an zu verhöhnen, dass er gegen so einen alten Mann ausgeschieden war. Das war das erste Mal das Adaque Nimmgalf von Hirschfurten negativ auffiel. Sie hatte von jemanden mit seinem Ruf besseres erwartet. Vor allem als er dann auch noch versuchte Firian dadurch zu ärgern das er rumposaunte das dessen Frau ja besser kämpfen könne als er. Wo lebte dieser Mann denn, dass dies etwas war für das man sich schämen müsste?
Firian jedenfalls ärgerte sich eine Weile verständlicherweise über dieses erneute frühe Ausscheiden. Bald schon aber überstieg der Stolz auf Adaque den Ärger und er fieberte mit ihr mit.

Adaque fand ebenfalls, obwohl sie eigentlich nur aus Verpflichtung teilnahm, dass es richtig gut lief. Runde für Runde besiegte sie Gegner die eigentlich besser als sie eingeschätzt wurden.
Ebenso erfreulich war das sich der Erste Ritter der Baronie Schneehag, Rauert Stelin von Runkeln, ebenfalls ausgenommen gut schlug und ebenfalls Runde um Runde hinter sich brachte.

Nach ihrem Sieg über den hocheingeschätzten Rondrageweihten Rondradan Zweiflamm vom Rhodenstein und Rauerts Sieg über Farelius Sansarius von Silberquell, suchten sie den Angbarer Rondratempel auf. Beide hauptsächlich um sich für den Segen, den Rondra offensichtlich bisher auf sie hatte wirken lassen, zu bedanken. Schwertbruder Leodan Stahlsang von Tandosch der der "Halle der Kämpfer zu Angbar, Stift des Heiligen Baduar der Göttlichen Leuin zur höheren Ehr" vorstand nahm ihre Opfergaben an und spendete ihnen seinen Segen. Doch bei den Worten dabei schwang ein Unterton mit der beide Weidener merkwürdig vorkam. Auf dem Weg zurück zum Turnierplatz wunderten sie sich noch und bemerkten das sie sich nicht erinnern konnten den Geweihten schon bei Turnier gesehen zu haben. Am Turnierplatz angekommen stellten sie fest das das Finale schon beginnen sollte...

Doch keineswegs im üblichen rondragefälligen Zweikampf sondern in einer Art Turnier im Turnier. Teilnehmen würden neben Adaque und Rauert erwartungsgemäß noch Nimmgalf von Hirschfurten und Halmar von Sindelsaum. Dazu kam dann als fünfter Kämpfer ein gewisser Angbart von Salzmarken-See. Ein Ritter der im ganzen Turnier irgendwie blass und nichtssagend geblieben war. Adaque konnte sich überhaupt nur an ihn erinnern und daran das er bisher auch schon teilgenommen hatte, als sein Name aufgerufen wurde. Obwohl er Koscher war, erhielt er vom größten Teil des Publikums eher Schmähungen als Jubel. Darüber hinaus hatte Adaque von ihm aber kein Wort gehört.

Nun gut, andere Länder andere Sitten dachte sich Adaque, auch wenn sie insgeheim gerne hören würde was ein Geweihter der Rondra zu diesem Modus sagen würde.
Der Ablauf wurde erklärt... es sollte ein jeder gegen jeden anderen Finalteilnehmer streiten und wer dann die meisten Siege hatte der wäre der Sieger des Turniers. Das wars....!

Stirnrunzelnd und leicht den Kopf schüttelnd nahmen Adaque und Rauert diesen Ablauf hin und sagten sie mehr als einmal das es nicht ihr Haus war und deshalb der Hausherr die Regeln aufstellt. Das war definitiv gutes Recht!

Es begann schlecht für Adaque und Rauert. Sie beiden verloren ihre ersten Paarungen. Beide wurden sie zwar nicht aus dem Sattel gehoben aber verloren nach Lanzen.
Das anschließende Duell mussten die beiden gegeneinander reiten. Beide fühlten sich irgendwie befangen. Nicht weil hier Aftervasall gegen Lehnsherrin ritt, sondern weil beide eigentlich empfanden das sie schon ausgeschieden sein müssten in einem normalen Tjost.
Das Duell endete mit einem Sieg von Adaque, auch wenn sie sich an den Verlauf nicht mehr wirklich erinnern konnte.

Rauert stritt in Anschluss gegen diesen blassen Angbart von Salzmarken-See und holte gegen diesen seinen ersten Sieg.

Dann war es soweit und Adaque kehrte aus ihrer Grübelei zurück ins Hier und Jetzt und blickte auf die andere Seite der Turnierbahn.

Da war er... die Legende Nimmgalf von Hirschfurten!
Sie hatte lange Zeit Hochachtung vor seinem Ruf und seinen überlieferten Taten empfunden.
Doch so wie er sich hier in Angbar gebärdete war dieses Gefühl gewichen und fast zu Scham geworden. Hochmütig sonnte er sich im Jubel des Publikums. Aber es waren vor allem seine Äußerungen das Frauen doch die schlechteren Kämpfer sein müssten und die Versuche Firian in Rage zu bringen durch den Hinweis darauf das sie besser als er kämpfen konnte. Das war so absurd und schon fast...novadisch. Adaque spürte so etwas wie Zorn und Freude in sich aufsteigen bei dem Gedanken an das gleich kommende. Das erste Mal in ihrem Leben wenn es ums Tjosten ging! Sie wollte es diesem Kerl zeigen! Ihm zeigen wozu eine Frau und dazu auch noch eine Viertelelfe in der Lage war. Sie sandte ein Stoßgebet und Rondra und ritt an.

Der erste Durchgang brachte ihr einen ordentlichen Treffer beim Hirschfurten ein. Viel hatte nicht gefehlt und er wäre aus dem Sattel gegangen. Später hörte Adaque von einem Zuschauer das Nimmgalf danach noch hochmütig ausrief das die Sonne ihn geblendet hätte.
Der zweite Durchgang folgte und beide schafften es nicht eine Lanze zu brechen. Adaque spürte mit jeder Faser die überlegenen Fähigkeiten ihres Gegners. Er war ihr Jahrzehnte an Übung und einigen echten Kämpfen überlegen.
Der dritte Durchgang folgte und gerade noch rechtzeitig erkannte Adaque das ihr Gegner nun alles in seinen Angriff legte. Ihre eigene Lanze blieb knapp heile während die von Nimmgalf an ihrer Abwehr zerbrach. Aber sie blieb im Sattel!

Das hieß Zweikampf am Boden!

Als sie sich näherten sah Adaque den Unglauben in seinen Augen, dass sein letzter Stoß sie nicht in den Staub geschickt hatte. War da vielleicht auch so etwas wie Furcht?

Es blieb keine Zeit um es genauer zu beobachten. Adaque bemerkte sofort das Nimmgalf mindestens doppelt so gut wie sie war. Wie er die Manöver ausführte, die Attacken und Paraden. Man erkannte das er fast 2 Jahrzehnte mehr als Adaque mit dem Waffenhandwerk verbracht hatte.
Doch bei aller Überlegenheit... es schien so das Rondra ihn für seinen Hochmut, allgemein und den gegenüber Frauen, bestrafen wollte. Adaque nutzte Lücken die sie gar nicht gesehen hatte und wehrte Attacken ab die sie erst nach der Abwehr wahr nahm.
Nach dem ersten Schlagabtausch stieß der Hirschfurten aus das die "Halbelfe" ihn doch verhext haben musste. Dies zeigte wieder einmal wie viel Respekt Nimmgalf den meisten seiner Gegnern entgegenbrachte. Weder Wappen, noch Namen ja sogar Abstammung merkte er sich korrekt. Zorn wallte in ihr auf und der nächste Schlagabtausch folgte. Sie konnte sich nicht erinnern wie sie ihn geführt hatte aber am Ende lag Nimmgalf von Hirschfurten am Boden.
Sie hatte den großen... die Turnierlegende in den Staub geschickt!

Da von diesem mehrfach nur guterale Laute die sich am ehesten nach "ARRGH" anhörten kam, nickte Adaque ihrem Gegner kurz zu und verließ die Kampfbahn.

Erst am Ende der Bahn nahm sie den Jubel in Teilen des Publikums war. Es waren die Weidener hauptsächlich. Der Rest war mehr noch in ungläubigen Schweigen gehüllt.

Das Turnier ging nach diesem Kampf der für Adaque sowas wie ein Finale gewesen war und für sie definitiv danach hätte enden können weiter.

Rauert hatte sein letztes Duell und schickte Halmar von Sindelsaum im ersten Anritt in den Sand der Turnierbahn.
Damit hatte er insgesamt 2 Siege errungen. Einen gegen Angbart von Salzmarken-See und eben einen gegen Halmar von Sindelsaum.

Adaque trat anschließend zum letzten Duell des Tjost an. So nahm sie zu diesem Zeitpunkt jedenfalls an.
Es ging gegen Angbart von Salzmarken-See den Adaque zwar nicht aus dem Sattel heben konnte aber mit 2 zu 0 Lanzen besiegte.

Es selber noch nicht wahrhabend brachte ihr erst der Jubel der Weidener und ihr heranstürmender Gemahl die Erkenntnis. Sie hatte gerade ihren dritten Sieg errungen.
Einen gegen Rauert, einen gegen Nimmgalf von Hirschfurten und einen gegen Angbart.
Zwar hatte Nimmgalf auch drei Siege aber für jeden Weidener war in diesem Moment glasklar das aufgrund des Sieges im direkten Duell, und das war ein Tjost ja ein Duell zwischen zwei Kämpfern, Adaque die Turniersiegerin war.

Der Jubel wurde noch größer als man feststellte das Rauert nach dem Empfinden aller, Dritter sein müsste. Da er zwar ebenso wie Halmar von Sindelsaum zwei Siege hatte aber das Duell gegen eben diesen Halmar für sich entschieden hatte.

Die Weidener jubelten und wollten schon beginnen den Sieg und den dritten Platz zu feiern. Bierhumpen wurden verteilt und ein erstes Mal angestoßen. Die Knappen fingen schon an die Rüstungen abzulegen. Als dann langsam eine Erkenntnis bei allen ankam.
Der erste Bote wurde noch lachend mit einer Kopfnuss und einem Humpen Bier als Entschädigung weggeschickt. Doch ein zweiter und schließlich ein dritter, mit ulitmativer Aufforderung, ließ den schlechten Witz zur Gewissheit werden.
Die Turnierleitung war der Meinung das es weitere Duelle geben müsse um den Sieger festzustellen. Scheinbar hatte niemand vorher damit gerechnet das es ein Gleichstand nach Siegen bei diesem merkwürdigen Modus geben könne.
Sowohl Adaque als auch Rauert wurden aufgefordert sich bereit zu machen und jetzt gleich noch einmal gegen Nimmgalf bzw. Halmar in die Tjostbahn zu begeben.
Die Reaktionen lagen irgendwo zwischen ungläubigen Staunen, verärgertem Kopfschütteln und Zorn. War der Finalmodus nach Meinung der Weidener schon Rondraungefällig verließ man nun damit endgültig deren Pfade...näherte sich wohl am ehestens Phex an.

Wie auch immer alle Argumente, in welcher Form sie auch vorgetragen wurden, ignorierte man. Es blieb keine Wahl. Schweigend legten sowohl Adaque als auch Rauert ihre bereits abgelegten Rüstungsteile wieder an.

Die dann folgenden Duelle sind schnell erzählt.
Rauert unterlag gegen Halmar als dieser ihn im zweiten Anritt aus dem Sattel holte. Dieser hatte scheinbar eine Lücke in Rauerts an sich guter Deckung gefunden und setzte seine Lanze, ganz knapp über Rauerts Schild. Bei aller Sattelfestigkeit holte das Rauert aus dem Sattel. Benommen blieb er zunächst liegen und stand dann doch auf. Den Gruß seines Gegners, erfolgt in Rondras Namen, konnte und wollte er nicht mehr auf gleiche Weise zurück geben. Rondra hatte seiner festen Überzeugung nach diese Veranstaltung verlassen.

Danach folgte der Tjost zwischen Adaque und Nimmgalf. Adaque merkte sofort das aller Hochmut aus dem Hirschfurten gewichen war. Er empfand es offensichtlich als große Schande im Staub gelandet zu sein. Adaque fühlte in sich hinein... sie spürte weder die Freude vor dem ersten Duell noch den Beistand durch die Sturmleuin. Da war einfach nichts...
Sie dachte kurz darüber nach einfach aufzugeben. Nicht zu riskieren das ihr Pferd Schaden nahm. Doch nach einem Herzschlag verwarf sie diesen Gedanken. Das würde weder der Sturmleuin gefallen noch ihrem Gemahl. Es wäre Unrecht gegenüber ihrem Stand!
Also ritt sie an.
Nimmgalf ließ ihr keine Chance...nach drei Durchgängen blieb ihr als einziger Trost das sie das ganze Turnier nicht aus dem Sattel gestoßen worden war.
Während der Hirschfurten sich also in seinem Sieg sonnte verließ sie die Kampfbahn und war nur dankbar das Madaleth unverletzt war.

Ein aufgeweckter Weidener wandte sich im Anschluss noch an die Turnierleitung und fragte nach ob es denn jetzt ein weiteres Stechen geben würde. Denn nun hätten ja z.B. Nimmgalf als auch Adaque sich gegenseitig jeweils einmal besiegt.
Diese Anfrage wurde aber abgeschmettert.

Bei der anschließenden Siegerehrung wahrte Adaque die Fassung zu wahren und fühlte sich geehrt noch einmal direkt mit dem schon sehr kränklich wirkendem Fürst Blasius vom Eberstamm genannt "der Reichstreue" sprechen zu können. Auch Firian ließ es sich nicht nehmen bei dieser Gelegenheit dem Fürsten des Kosches noch einmal seine Aufwartung zu machen.
Beide verspürten danach großen Dank noch einmal mit diesem großen Mann gesprochen zu haben. Auch wenn sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht wussten das dies das letzte Fürstenturnier von Fürst Blasius gewesen war.

Nach der Siegerehrung ging es zurück ins Lager. Wo sie dann eine Einladung von Satijana von Horadamm erreichte.