Entführung des Prinzenpaares - Nachtruhe

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Erlenschloss, 1031

Antara inspizierte kurz die kleine Kammer, die man ihr auf ihre Bitte hin zugewiesen hatte. Sie war nahezu leer und lag abgeschieden, das würde genügen. Aus ein paar Decken baute sie ein karges Lager in der Mitte des Raum. An den Ecken und am Kopf plazierte je eine Kerze, fünf Stück zu Ehren des Gottes der Träume, in dessen Reich sie gleich hinüber wechseln wollte. Die Holzkohle in der kleinen Schale fing langsam an zu glühen.
Die Knappin legte Wappenrock und Rüstung ab, so wie ihre dicke Winterkleidung bis auf ein Untergewand. Aus ihren Satteltaschen holte sie ein sorgfältig zusammengefaltetes schwarzes Bündel hervor, ihre Kutte. Trotz der Kälte lies sie sich Zeit beim Anlegen der Robe. Das Anlegen der Robe war immer ein symbolischer Akt für sie, sobald sie das Schwarz des Herrn Boron trug, fühlte sie sich als seine Dienerin. Mit einem einfachen schwarzen Band gürtete sie ihre Taille, ihre langes, seidiges Haar stecke sie in den Kragen, dann zog sie die Kapuze über den Kopf und ins Gesicht.
Vorsichtig pustete sie in die glühenden Kohlen, die in einer Schale bereit stnaden, und legte einige Bröckchen drauf, die sie aus einem Beutel geholt hatte. Bald breitete sich der Duft von Weihrauch in der Kammer aus. Sie holte eine kleine Holzscheibe aus ihrer Tasche, auf die das Abbild einer gütig lächelnden Frau gemalt war. Ein kurzes Lächeln zeigte sich auf Antaras Gesicht, als sie an Marjan dachte, der sie damals begleitet hatte, als das Bildnis bekam. Wie es ihm wohl erging und ob er an auch sie dachte? Sie stellt das Bild an die Wand, so daß die Frau darauf auf ihre Lager blickte. Sancta Etilia würde heute Nacht über sie wachen. Die Geweihte lies ein paar Tropfen aus einem kleinen Fläschchen in ein kleinen Becher tropfen, verdünnte mit ein wenig Wasser und trank aus. Bald würde der Schlaf kommen.
Sie verbrachte einige Augenblick im Gebet, bis ein leises Klopfen an der Tür zu hören war. Sie ging zur Tür und öffnete. Antara nickte dem Knappen Timokles freundlich zu und wies auf einen Platz an der Seite des Lages. Sie kniete sich neben ihn und sie verbrachten einige Augenblicke im stummen Gebet. Dann legte Antara noch etwas Weihrauch nach und reichte Timokles zwei Blätter einer Pflanze.
"Warte den halben Teil einer Stunde, dann lege sie auf die Glut. Verlasse dann den Raum, aber sieh ab zu nach mir. Wenn mein Schlaf zu unruhig wird, dann versuche mich zurück zu holen."
Sie konnte die Fragen auf dem Gesicht des Knappen sehen, aber sie lächelte ihn nur kurz ein wenig aufmunternd an. Langsam wurden ihre Lider schwer und sie begab sich auf ihre Lagerstatt. Sie legte sich ausgestreckt hin und faltete den Saum ihrer Kapuze noch einmal sorgfältig über ihrem Gesicht. Ihre Glieder wurden immer schwerer, als der Schlaf kam. Ob Bishdariel wohl heute Nacht zu ihr kommen würde? Es geschah nicht allzu oft, dass sie versuchte mit diesem Alveraniar in Kontakt zu treten, war es doch Golgari, der ihr Ord...
Timokles hörte ein gleichmäßiges Atmen.