Eine Braut für Albernia – Eine liebreizende junge Dame ist die Prinzessin, hold und ziemlich

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Texte der Hauptreihe:
K1. Prolog
K5. Eine liebreizende junge Dame ist die Prinzessin, hold und ziemlich
1035 BF
Eine liebreizende junge Dame ist die Prinzessin, hold und ziemlich
Auf Burg Halmwacht

Kapitel 5

Steinbrücken
Salmingen, 1035, Baronie Dunkelforst:

Gerade hatte die Amme Ansoalda von Leihenhof und Hagen von Salmingen-Sturmfels' zweijährige Tochter Bernhelmine von Salmingen, die Erbbaroness zu Dunkelforst und Baruns Pappel, aus dem Grafensaal der Burg Salmingen gebracht. Der prunkvollste Raum der uralten Burg kündete von der mehr als tausendjährigen Geschichte des hesindegefälligen Adelshauses derer von Salmingen: Am Kopfende stand der zur Gänze mit Silber beschlagene Grafenthron, auf dem über 765 Jahren niemand mehr Platz genommen hatte. Die vier Grafen zu Ferdok, die die Salminger zwischen 162 und 270 BF stellten, standen in Lebensgröße aus Marmor gehauen zur Linken und zur Rechten desselben. Die Wand hinter dem Grafenthron war geschmückt von den jeweils zwei Schritt breiten Bannern der Baronien Dunkelforst, Baruns Pappel und Dohlenfelde – auf letztere Baronie erhob das Haus Salmingen zwar seit zwei Jahren keine Ansprüche mehr, der Wandschmuck war aber diesem Umstand noch nicht angepasst worden.
Ansoalda von Leihenhof und ihre Schwiegermutter Frylinde von Salmingen waren nun allein in dem weitläufigen Saal. In einer Nische des Grafensaals stand eine bequeme Sitzgelegenheit, dort hatten die beiden Platz genommen.
Frylinde ergriff das Wort: "Ansoalda, Du hast gehört, dass Kronverweserin Idra eine Gemahlin für den künftigen Fürsten Albernias sucht?"
Ansoalda nickte - und ahnte zugleich, worauf ihre Schwiegermutter hinaus wollte. Diese fuhr fort: "Wäre Bernhelmine nicht eine geeignete Kandidatin?"
"Frylinde, glaubst Du ernsthaft, dass Idra meine kleine Bernhelmine als Gattin Ihres Sohnes erwählen würde?"
"Ich kenne die politischen Absichten der Kronverweserin nicht. Aber ich kann mir durchaus vorstellen, dass Idra kein Interesse daran hat, sich mit der Wahl der künftigen Fürstgemahlin in ein politisches Wespennest zu setzen, wie es beispielsweise dann der Fall wäre, würde eine Kandidatin auserkoren werden, die zu den Häusern Garlischgrötz oder vom Großen Fluss gehört."
Ansoalda schaute ihre Schwiegermutter zweifelnd an: "Aber was, Frylinde, haben wir den Bennains zu bieten? Unser tobrisches Erbe ist immer noch in Feindeshand. Im Kosch herrschen wir nicht einmal über Ferdok. Und es ist keine drei Götterläufe her, dass wir Dohlenfelde verloren haben! Überhaupt: In den Nordmarken, wo Idra immerhin Baronin ist, sind wir nicht gut gelitten, seit dort Hartuwal auf dem Thron sitzt und die Koradiner das Sagen haben. Und Angronds familiäre Kontakte nach Albernia dürften Bernhelmines Kandidatur auch alles andere als förderlich sein. Schließlich ist da noch die Sache mit Charissia..."
Frylinde sprach ernst: "Charissia gehört doch seit vielen Jahren nicht mehr zur Familie. Sie wurde, wie die anderen finsteren Magiewirker, aus unseren Annalen gestrichen. Außerdem ist sie womöglich schon längst tot. Abgesehen davon, Ansoalda, geht es nicht nur um Macht oder Herrschaftskonsolidierung. Idra ist eine weise Frau. Sie wird sich wohl überlegen, welcher Traviabund ihrem Hause womöglich erst in ferner Zukunft den größten Nutzen - oder den geringsten Schaden - bringen wird. Und ich zweifele nicht daran, dass unsere Herrin Hesinde Idra in ihrer Entscheidung leitet."
Die junge Baronin schien immer noch nicht so recht überzeugt, sie erwiderte: "Wir werden keine Unterstützer für unsere Sache finden. Kein Fürst, kein Graf, kein Baron wird sich für unsere Sache aussprechen."
Daraufhin lächelte Frylinde, und musste daran denken, wie sie dereinst mit Baron Riobhan von Leihenhof die Ehe Ansoaldas mit ihrem Sohn Hagen unter vier Augen arrangiert hatte.
"Das ist das geringste Problem. Das Finden eines geeigneten Ehepartners ist doch keine Hetmanns- oder Reichskronanwaltswahl! Bernhelmine würde den Alberniern eine gute Fürstgemahlin sein, dessen bin ich mir sicher. Und unser Haus würde endlich die Würde erlangen, die ihm seit Generationen versagt wird."