Eine Besessenheit auszutreiben - Der Wangenmooser Haussegen

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Texte der Hauptreihe:
K2. Der Wangenmooser Haussegen
10. Tra 1034 BF
Der Wangenmooser Haussegen
Im Namen des Prinzen

Kapitel 3

Der Wangenmooser Haussegen
Autor: Geron
Sindelsaum, Travia 1034

Später am gleichen Tag, bei der Familie Wangenmoos daheim

„Warum ist dein Wams denn so nass?“ mit strengem Blick musterte Alma ihren Gemahl.
Gamsbart schien unter ihrem Blick innerhalb von sekundenbruchteilen zusammen zu schrumpfen. „Ich bin in eine Pfütze gefallen.“ Nuschelte er.
„Was für eine Pfütze denn? Es hat doch seit Tagen nicht mehr geregnet.“ Bohrte die nicht gerade überzeugt wirkende Alma. „Du wirst doch nicht in die Sindel gefallen sein?“ nun mischte sich echte Sorge in ihre Entrüstung.
Gamsbart schüttelte den Kopf. „Ich bin über den Hund vom Baron gestolpert und in die Regentonne gefallen.“ Erklärte Gamsbart verlegen.
„Au weh. Du wirst dir dabei doch nichts wehgetan haben?“ Gamsbart schüttelte den Kopf. Das er beim abwaschen der Honigflecken seines Wamses in die Tonne gefallen war verschwieg er lieber. Der Teil mit dem Hund stimmte allerdings wirklich. Wer hatte auch schon ahnen können, dass der Köter so überraschend auftauchen würde und gerade zwischen seine Beine geriet, als er den Kopf über die Tonne hielt.
„Jetzt zieht dich aber erstmal um.“ Unterbrach Alma die Gedankengänge ihres Mannes. Dabei half sie Gamsbart den pitschnassen Umhang auszuziehen. Gamsbart lächelte ihr dankbar zu, doch mit einem mal zogen sich Almas Augen zusammen und eine steile Zornesfalte bildete sich auf ihrer Stirn.
„Du wirst doch nicht auf der Arbeit genascht haben?“ bohrte sie, wenngleich sie die Antwort schon wusste, denn ihrem Geruchssinn entging nichts. Gamsbart lief, schon zum zweiten Mal heute, dunkelrot an. Er konnte jetzt ohnehin nichts mehr sagen um den Zorn seiner Gemahlin zu lindern.
Doch da kam ihm ein Gedanke. „Der Baron und Prinz Anshold haben mich zu sich gerufen und mir einen Auftrag gegeben. Ich soll nach Punin. Zu einem Geheimauftrag.“ Plapperte in Windeseile heraus.
Almas Zornesfalte löste sich mit einem Schlag auf. Sie wirkte überrascht und schien unschlüssig zu sein ob sie ihrem Gemahl glauben sollte. Zwar wusste sie, dass der Prinz gerade auf dem Dachsbau weilte, aber die Geschichte klang doch allzu unglaubwürdig.
Es dauerte ein geschlagenes Stundenglas bis Gamsbart seine Angetraute davon überzeugt hatte, dass er morgen früh wirklich nach Punin aufbrachen sollte.
Daraufhin hatte sie alle Diätpläne vorerst auf Eis gelegt und gekocht und gebacken, als würde eine Belagerung anstehen. Ihr Gamsbart sollte im fremden Almada ja keinen Hunger leiden.
So war Gamsbart schwer bepackt, als er sich am nächsten Morgen nach Angbar aufmachte. Von dort aus würde er eine Kutsche nach Gareth nehmen und von dort aus dann gen Punin weiterreisen. Bei dem Gedanken an die vielen Tage fern der Heimat wurde ihm jetzt schon schummerig.
Besonders geheim war seine Abreise derweil nicht, denn Alma stand schluchzend auf der Straße und winkte ihm mit ihrem Taschentuch hinterher. Die Nachbarn waren auch alle in ihren Gärten und taten so, als würden sie die Hecke stutzen, oder etwas am Zaun richten. In Wahrheit hatte sie natürlich die Neugierde herausgelockt, denn in Sindelsaum geschah eigentlich nie etwas das die Nachbarn nicht mitbekamen.