Ein einfacher Auftrag - Gen Jannendoch

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Albernia, 1032

Erlan schluckte einen lästerlichen zwergischen Fluch herunter. Ein kleiner sorgfältig ausgewählter Trupp. Also würde es wohl gefährlich werden und dabei sollte er gemeinsam mit einem Hinterkoscher reisen, der nicht mal einen Bart sein eigen nannte, mindestens zehn Jahre jünger war und dennoch sein Anführer bei dieser Sache sein sollte.
Der Wehrmeister ergriff nun erneut nach einer kleinen Kunstpause das Wort.
„Die Reise wird vermutlich sehr gefährlich werden. Wir wissen, dass zahlreiche Rebellengruppen in dieser Gegend operieren und die Herrschaft des werten Vogtes steht in Jannendoch auf tönernen Füßen, also sollte ihr euch auf das Schlimmste vorbereiten. Auf eurem Weg solltet ihr, so denn möglich auch bei einem Informanten des Reiches vorbeischauen und dessen Erkenntnisse in Erfahrung bringen.“
Der Wehrmeister gab ein kurzes Signal an die Wache und diese führte daraufhin zwei kantige Albernier herein.
„Dies sind eure Späher Jarwen und Coran. Sie kennen die Gegend wie ihre Westentasche und werden euch daher nach Jannendoch und auch wieder zurück begleiten.“
Die beiden wirkten auf Erlan sofort recht kompetent, was an ihrer erdfarbenem Kleidung und ihrem verwegenen Blicken liegen mochte. Zugleich fiel ihm die Ähnlichkeit der Beiden auf und so vermutete er, dass die beiden vermutlich Geschwister waren. Jarwen und Coran verneigten sich leicht in Richtung der beiden Barone und verschwanden auf einen Wink des Wehrmeisters wieder aus dem Zelt.
Nun ergriff der Graf erneut das Wort.
„Habt ihr noch Fragen?“
Erlan schüttelte leicht das Haupt, auch Roklan verneinte durch eine knappe Geste, und so wurden die beiden Barone erneut vor das Zelt geleitet.
Erlan taxierte den Galebqueller nicht eben freundlich, machte er diesen doch für ein Ende der bisherigen Ruhe verantwortlich.
„Dann werden wir wohl für die nächsten Tage zusammen reisen. Ob es wohl besser wäre zu Fuß zu reisen? Wenn die Gegend so vor Rebellen wimmeln soll würden wir so weniger auffallen und es würde uns leichter fallen Verstecke zu finden. Mit den Pferden hätten wir natürlich den Vorteil der Schnelligkeit auf unserer Seite. Was meint ihr?“
Der jüngere Ritter seufzte schwach und zuckte mit den Schultern. Ein Zeichen der Resignation? Oder einfach nur ein Hinweis darauf, dass er sich ins Unvermeidliche fügen und mit allem gegebenen Mut diese Aufgabe wahrnehmen würde? Er streckte kurz die Schultern durch und schloss für einen Moment die Augen. Dann kratzte er sich am Hinterkopf – und lächelte Erlan verwirrt-keck an.
„Tja, ich würde ja auf Schnelligkeit setzen. Wir haben nicht viel Zeit, wir müssen den Vogt informieren und schließlich wieder zurück reiten, um die Heerführer gleichfalls in Kenntnis zu setzen.“
Sein breiter Mund verzog sich zu einem schiefen Grinsen, seine Augen funkelten halb belustigt.
„Und wenn die Albernier uns entdecken, würde ich mich lieber über ein schnelles Pferd unter meinem Hintern als einen albernischen Pfeil darin freuen.“
Sprach da fehlender Rondramut oder doch eher ein gesunder Hang an das eigene Leben aus den Worten des jungen Barons?
„Gut dann machen wir es so. Entschuldigt mich jetzt ich muss meine Leute zusammenstellen.“
Roklan nickte.
„Natürlich. Bis morgen, Euer Hochgeboren.“
Er blickte dem sindelsaumer Baron hinterher, fragend, ob er für seinen Unmut verantwortlich war.
Die beiden Späher hatten die beiden Barone noch auf einige lokale Besonderheiten hingewiesen und hatten sich dann wieder zurückgezogen. Sehr gesprächig waren sie auf jeden Fall nicht.