Dreister Einbruch in Steenback - Geständnis

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Xennarode, 1033

Währenddessen lief weiter südlich in einem kleinen hügelzwergischen Dorf namens Xennarode ein Zwerg mit grimmigem Blick durch ebendieses.
Wenige Minuten zuvor war ein erschöpfter Junge auf einem Pferd angekommen und hatte etwas von einem Einbruch in Steenback, einer gestohlenen Waffensammlung und einer Räuberbande auf der Flucht erzählt. Mit grimmigem Gesicht beschloss der Zwerg schließlich nach einigen Minuten des Denkens was zu tun war.
Mit lauter Stimme gellte der Ruf des Zwergen durch das mittägliche Dorf: ”MILIZ!!! AUFSTEHEN UND HERGEHÖRT!!! WIR HABEN DAS DORF ZU BESCHÜTZEN!!!”
Kaum war dieser Ruf verhallt brummte das vorher offenbar im Mittagsschlaf versunkene Dorf vor Leben. Und fünf Dutzend Dörfler sowie insbesondere vier zwergische Gardisten fragten sich zum wiederholten Mal womit sie diese Unruhe verdient hatten…

In diesem Moment, in dem auf der kleinen Lichtung seltsamerweise einige Raben krächzend von den Bäumen aufsteigen, ging der knapp zwei Schritt hohe Magier auf die am Boden liegende Gaunerin zu, trat neben Streitbald und betrachtete interessiert das etwa 30-jährige Gesicht das unter dunklen Haaren hervor lugte. SO unattraktiv, wie die Bücher diese Gestalten immer beschreiben, ist sie ja gar nicht, schmunzelte Tadurus, der sich, als er Streitbald und Halmar betrachtete, plötzlich sehr stark vorkam.
Er überließ die Frau seinen neugefundenen Freunden und schaute sich nun nach den Begleitern ebendieser um. Halmar -der magische Halmar - hatte sich ihm schon vorgestellt. Als er jedoch die Hesindepriesterin bemerkte, die sich etwas schüchtern zurückgehalten hatte, schwankten plötzlich seine Knie.
Eine FRAU! Mit einer Person des anderen Geschlechts hatte Tadurus schon seit Jahren nicht mehr zu tun gehabt… Dieser Tag schien doch interessanter zu werden als geglaubt.
Zu dieser Zeit machte sich im Hohen Norden ein Zwerg vor dem Sonnenuntergang ein Pfeifchen an…
Weder von dem Zwerg im Süden noch dem im Norden ahnte man auf indes auf der Lichtung etwas. Das Hauptproblem schien im Moment zu sein, etwas aus der Bewusstlosen heraus zu holen. Sie zu wecken war die kleinste Schwierigkeit – aber würde sie auf Fragen antworten?
Streitbald schien das eher unwahrscheinlich, und er teilte Halmar von Sindelsaum seine Bedenken leise mit, während er zugleich einen unbehaglichen Blick auf die zwei Magier warf.
Sagte man den Mitgliedern der arkanen Zünfte nicht nach, Lügen zu erkennen und anderen Menschen ihren Willen aufzwingen zu können?
”Wollt Ihr die Magier das Verhör durchführen lassen?” fragte der Knappe unumwunden, aber ebenfalls leise.
”Ungern”, murmelte Streitbald. ”Nichts gegen ihre Absichten, aber Zauberei...”, er hob etwas hilflos die Schultern. ”Man kann sich die Option offen halten, wenn nichts anderes bleibt, aber vorher sollten wir die eher profanen Mittel probieren!"
Halmar von Sindelsaum runzelte missbilligend die Stirn.
”Ihr sprecht von Folter?” fragte er ungläubig, doch Streitbald lachte nur leise.
”Sehe ich aus wie ein Bannstrahler?” entgegnete er und schien Halmar die Frage nicht einmal übel zu nehmen.
”Auch wenn ein paar tüchtige Maulpfeifen der Dame sicherlich gut bekämen”, fuhr er fort, ”gibt es Mittel und Wege, Druck auszuüben, ohne sie anfassen zu müssen! Natürlich nur, wenn die anderen einverstanden sind!”
Erneut blickte er zu den Magiern hinüber, zu dem Horasier und Gidiane. Was mochte diesen vorschweben?
Es gibt Magie die einen Menschen dazu zwingen kann zu reden? Schoss es Tadurus durch den Kopf. Nun, wenn es solche Magie gibt, dann ist sie bestimmt dämonischen Ursprungs… sonst hätte mein Meister mir bestimmt von ihr erzählt…
Laut sagte er indes nur: “Collegus, ich überlasse euch das Verhör. Ihr habt wahrscheinlich mehr Erfahrung mit derartiger Magie als ich…Wie ich schon erwähnte hat mein Meister in der Nähe seinen Turm. Er wäre bestimmt sehr erfreut, wenn ihr euch nach der Jagd bei ihm einen Tee genehmigen würdet…”
Nein wäre er nicht!, fügte Tadurus in Gedanken hinzu, aber ich… wäre seit Jahren das erste Mal das ich fremde Menschen kennenlerne… und dazu so eine hübsche Frau…
Er warf nochmal einen schüchternen Blick zu Gidiane hinüber.

Indes durchstreifte eine erstaunlich gewandte Truppe aus vier Zwergen, bewaffnet mit Armbrüsten und Äxten und geführt von Hauptmann Xorrox die nahen Wälder. Bald waren weitere Spuren gefunden, und die Zwerge folgten ihnen, was sie einer gewissen Lichtung näherführte…

"Wer ohne mit der Wimper zu zucken den Mord an zwei Leuten befiehlt, den braucht man nicht mit Samthandschuhen anzufassen!", sprach der Hellsichtmagier ein klares Urteil. "Zwar würde ich es bevorzugen, die Befragung und Verurteilung dieser Frau einem ordentlichen Gericht zu überlassen, aber diese Zeit haben wir nicht! Weitere Leben sind in Gefahr, solange die Waffensammlung in den Händen von Gesetzlosen sind. Ich sage, wir geben ihr praiosgefällig genau eine Chance, die Wahrheit zu sprechen. Danach empfehle ich durchaus den Einsatz von Magie, denn selbst harte Hunde können gewissen Zaubern nur schwer widerstehen."
Die unbekannte Gegnerin war inzwischen aus ihrer Ohnmacht erwacht. Mit hasserfüllten Augen starrte sie denen ins Gesicht, die sie überwältigt hatten, nachdem sie sie kurz zuvor noch verhöhnt hatte. Anscheinend war die Verbrecherin jedoch besonnen genug, um ihre Lage einzuschätzen. Sie zog es vorerst vor, zu schweigen.
Halmar vom Kargen Land starrte sie mit ernsten Gesicht an. "Hör zu, Du bekommst genau diese eine Gelegenheit, um alles zu gestehen und uns zu verraten, wo Deine Komplizen sind. Ansonsten werden wir sehr unangenehm - und zwar so sehr, wie zwei Magier das können, die man vor kurzer Zeit bedroht hat!"
Die angesprochene Räuberin schluckte hart, als Halmar sie mit fester Stimme und diesem bedrohlichen Unterton ansprach. War sie etwa doch nicht so abgebrüht, wie sie Glauben machen wollte?
”Mich erwartet doch nur der Strick, warum sollte ich euch also etwas erzählen? Macht mir ein Angebot und ich verrate euch vielleicht Dinge, die euch interessieren könnten.”
Wieder klang dieser harte, darpatische Dialekt durch, der der Gruppe bereits bei der ersten Begegnung mit den Räubern aufgefallen war.
Halmar wollte soeben zu einer passenden Antwort ansetzen, als hinter ihm eine Katze verärgert aufschrie. Gidiane stürmte auf die am Boden liegende Frau zu und fauchte sie mit einem Hass an, den die Umstehenden der zierlichen Geweihten nicht zugetraut hätten.
”Du Ork, du Tatzelwurm, du hässlicher! Verflucht seist du, bei den Zwölfen! Meinen Oheim hättest du beinahe erschlagen, also, nicht wahr! Ich, also, wir, werden dich den Bütteln übergeben, den Draconitern, und der Inquisition! Deine Gedärme werden brennen in den Niederhöllen! Sag sofort, also, wo du die Beute versteckt hast, du elende Diebin!”
Gidiane kniete inzwischen auf der verwunderten Räuberin und schüttelte sie am Kragen ihres Wams. Tränen standen der Geweihten in den Augen und mit ihren kleinen Fäusten begann sie, auf den Brustkorb der Diebin einzuschlagen. Fassungslos starrten die Umstehenden Gidiane an, während die Räuberin plötzlich anfing, furchtbar zu lachen!
”Hoho, die Folter hat wohl bereits begonnen, haha! Los, gib´s mir, Götterknecht!”
Ein starker Arm hob Gidiane hoch und unter dem Schleier der Tränen sah sie nur noch, wie eine breitschultrige Gestalt der am Boden liegenden Schurkin einige Tritte verpasste, worauf das grausame Lachen plötzlich verklang.
Streitbalds Geduld war am Ende. Er hatte schon zu oft mit Leuten wie diesem Miststück zu tun gehabt. Vor wenigen Minuten hatte er sie noch schonen wollen, aber soviel Götterlosigkeit war einfach zu viel!
Wer den Unsterblichen und ihren derischen Dienern spottete, bei dem war kein einziger Tritt zu viel. Derlei Gesindel verstand ohnehin keine andere Sprache!
Das entsetzte Gesicht des Knappen, der diesen plötzlichen Sinneswandel wohl kaum fassen konnte, bemerkte er dabei nicht. Für wenige Sekunden nur gab er sich dem alten Laster seiner Familie wieder und traktierte die Nierengegend der am Boden liegenden mit schier unbezähmbarer Wut.
”Uff, aufhören! Bitte! Der Name... mein Name... ist Tsaiane Berlinger”, stöhnte die Räuberin, die ihren Oberleib zusammengekrümmt hatte und vor Schmerzen zitterte.
”Weiter”, befahl Streitbald mit humorloser Stimme.
”Ich komme aus Perricum, dort wurde ich auch angeworben. Ich sollte die Waffensammlung des Steenbackers stehlen. Die Waffen hätte ich behalten dürfen.”
”Wer hat dich beauftragt?” Die Fragen kamen jetzt schnell und präzise aus der Runde. So lange die Schurkin so auskunftsfreudig war, sollte man die Gelegenheit nutzen.
”Ich weiß es nicht... Bitte nicht wieder schlagen!” Die Frau zitterte. ”Ich weiß es wirklich nicht! Der Auftraggeber, ein Mann mittleren Alters, sagte, dass er nicht wolle, dass er erkannt werde. Er gab mir nur einen Beutel mit 25 Dukaten und die Namen einiger Schläger aus dem Garetischen. Auf dem Weg hierher habe ich sie angeworben. Warum der Mann ausgerechnet mich beauftragt hat? Ich weiß es nicht! Aber die Aussicht auf eine wertvolle, kaum bewachte Waffensammlung war schon verlockend! Ich wollte sie eigentlich in der Wildermark versilbern, nachdem ich meine Mitstreiter damit ausbezahlt hatte. Aber nun bin ich selbst die Betrogene!”
Streitbald fühlte seinen Zorn verrauchen, und zugleich schämte er sich dafür, die Beherrschung verloren zu haben.
Einen wehrlosen Gegner zu verprügeln stand einem kaiserlichen Offizier nicht gut zu Gesicht, einem koscher Edelmann noch weniger, aber immerhin hatten sie ein paar Informationen bekommen – aber immer noch nicht genug.
”Wo habt ihr die Waffen hingebracht! Rede, sonst....!”
Er warf einen bedeutungsvollen Blick auf seine Stiefel, mit denen die Räuberin bereits Bekanntschaft geschlossen hatte.
”Nun, ich selbst bin betrogen worden! Meine Mitstreiter wollten sich mit mir treffen, drüben im Gormeler Grün. Doch sie waren nicht dort und statt dessen seid ihr aufgetaucht. Ich habe versucht, mich abzusetzen. Aber in dieser vermaledeiten Gegend scheint´s nichts als Wald, Wildschweine und Magier zu geben! Ich vermute aber, dass ich weiß, wohin sie gegangen sein könnten. Ich mache euch ein Geschäft: Ihr lasst mich laufen, dafür erzähle ich euch, wo ihr eure Waffen wieder findet. Und die Namen meiner Komplizen nenne ich euch auch. Na, wie klingt das?”
”Glaube nicht, daß wir mit Abschaum wie dir Geschäfte machen!” zischte Streitbald und spürte sein Temperament erneut aufwallen. Hatte das Weib wahrhaftig noch die Dreistigkeit, das Leben ihrer Komplizen für die eigene Freiheit zu verkaufen.
”Wenn du nicht auspackst, prügle ich dir die Eingeweide raus! Dann wirst du dir wünschen, daß man dich möglichst bald aufknüpft!”
Die Angst in den Augen der Gefesselten war echt. Wie die anderen hinter ihm auf derlei Ankündigungen reagierten, sah Streitbald indes nicht.
Halmar war bereits kurz davor gewesen Streitbald von seinem Handeln abzuhalten. Gerade als er seinen Mut zusammengenommen hatte hatte Streitbald von seinem Tun abgelassen. Halmar war aber fest entschlossen eine weitere Misshandlung der Gefangenen nicht zuzulassen.
Sein grimmiger Blick fiel auf die Gefangenen, die die Entschlossenheit in seinen Augen erkannte, aber falsch deutete. Unwillkürlich war Halmars Hand an den Schwertgriff gewandert und verweilte nun dort.
Sein magisch begabter Namensvetter war sehr aufgewühlt worden durch den Wutausbruch der Geweihten. Sie hatte heute schon zuviel Schlimmes erlebt. Ihren Onkel hatte sie mit einem Bein im Grab gesehen, dann hatten sie Räuber in ihrer Gewalt gehabt.
Daher hatte er nicht weiter protestiert, als Streitbald die Gefangene auf die Art befragt hatte, die seinem Namen alle Ehre bereitete. Das mochte wenig ritterlich sein, aber er als Magier war nicht an diesen Kodex gebunden. Außerdem hatten sie nun erste Antworten.
Er wandte sich an seine Gefährten. "Lasst Euch nicht einlullen von ihren Worten! Sie hat heute Befehle zum Töten gegeben sowie eine Geweihte und einen Magier mit dem Tode gedroht. Sie fürchtet nicht die Zwölfgötter. Mit so jemandem kann man keine Abmachung treffen!"
Halmar vom Kargen Land blickte die Übeltäterin mit hartem Gesichtsausdruck an; diese starrte feindselig zurück.
"Unsere Informationen bekommen wir so oder so! Wir müssen nicht einmal wieder grob werden. Was meint Ihr, werter Kollege, wäre es nicht an der Zeit, der Gesetzlosen einmal zu zeigen, warum man keinen kompetenten Magier bedroht? Die Magica Controllaria und die Magica Clarobservantia können sehr unangenehm sein, wenn sie gegen den Willen einer Person gesprochen werden..."
Entsetzt von den erlebten Schlägen wendet sich Tadurus, ein überzeugter Pazifist, ab.
SO etwas hat er zuletzt gesehen als seinem Meister einige Dämonen geschickt wurden… Obwohl er sich immer noch fragte, wer auf die Idee gekommen war seinen friedliebenden Meister von einem Gotongi angreifen zu lassen… und das auch noch zudem Zeitpunkt, indem sein Meister gerade ein Pentagramm auf den Boden gemalt hatte…
Nun ja, jetzt ging es darum ein Mann zu sein… und die Gaunerin zu verhören. Was hatte diese eigentlich angerichtet? Außer ihn bedroht zu haben, versteht sich…
Mit hängendem Kopf hatte Streitbald dem Magus das Feld überlassen. Der Zorn war verraucht, und jetzt fühlte er sich elend, besudelt, des Namens nicht wert, den er tragen durfte. Er blieb kurz neben Halmar von Sindelsaum stehen, der ihn – zu Recht – nicht eines Blickes würdigte.
“Wenn Ihr enttäuscht seid, Herr von Sindelsaum”, sagte er leise, “seid Ihr es mit Fug und Recht. Ich bin es ebenfalls. Derlei Benehmen ist eines Adligen nicht würdig, nicht einmal unter solchen Umständen.”
Ohne eine Reaktion abzuwarten trottete er weiter, entfernte sich dabei etwas von der Gruppe. Für eine Sekunde klang eine leise Stimme in seinem Inneren auf, die nach Rechtfertigung für sein Verhalten suchte.
Hatte nicht auch Gidiane, ebenfalls von adligem Blut und gar Geweihte der Zwölfgötter, auf die Gefesselte eingeschlagen? Doch eine andere, lautere, ließ die erste Stimme verstummen. Die Geweihte war persönlich betroffen, ihr Onkel schwer verletzt, ihr Stand von den Worten der Schurkin in den Dreck gezogen, da konnte man von ihr schwerlich eiserne Beherrschung verlangen.
Er hingegen war nur aus Zufall hier. Sein Ehrgefühl hatte ihn zur Hilfe veranlasst, eben jenes Ehrgefühl, das er jetzt selbst mit Füßen getreten hatte.
Halmar von Sindelsaum blickte Streitbald nach. Ein kurzer Blick auf die übrigen Anwesenden genügte Halmar, um festzustellen, dass er wohl der einzige Anwesende war, dem der Kodex eines Ritters zu Eigen war. Seine Anwesenheit beim Verhör war wohl kaum vonnöten, daher folgte er Streitbald.
Dieser stand mit dem Rücken zu den Anwesenden und schien tief in seine düsteren Gedanken vertief zu sein.
Halmar stellte sich neben Streitbald und begann zu sprechen.
“Man erzählt sich von Fürst Halmdahl dem Keiler, dass dieser einst durch eigenes Verschulden seine Ehre beschmutzte. Da der Fürst aber ein tapferer Ritter war entschied er sich, diesen Makel durch eine Tat von sich zu waschen, und so bestieg er angetan mit seinem Kettenhemd den Dotz, um den Herrn Firun und die übrigen Zwölfe zu ehren und seine Ehre reinzuwaschen.“
Halmar drehte seinen Kopf und blickte Streitbald lange an.
“Wenn ihr den Dotz besteigen wollt, so werde ich euer Gefährte sein, denn ich bin sicher, dass ihr ein tapferer und Zwölfgötter fürchtiger Ritter seid.“
“Den Dotz zu besteigen wäre wohl eine fabelhafte Idee”, sagte Streitbald bitter, “und ich danke Euch für Euer Angebot. Doch ein Ritter bin ich nicht und nie gewesen”, er bemerkte die leichte Verwirrung in Halmars Miene und sprach rasch weiter, “sondern nur ein Offizier in der Kaiserin Diensten. Doch auch als solcher hat man die Gebote der Götter zu ehren, und Rondra gebietet einem jeden Adelsmann, er habe den Ritterschlag empfangen oder nicht, keinem Wehrlosen Gewalt anzutun. Nicht einmal Abschaum wie diesem!”
Für einige Sekunden herrschte betretenes Schweigen zwischen ihnen.
“Tagtäglich kämpfen wir in der Wildermark gegen derlei Gelichter” fuhr Streitbald dann fort, “und jetzt benehme ich mich schon selbst wie einer von ihnen! Ihr habt Recht – wenn dies vorbei ist, werde ich eine Queste finden müssen, mir zur Busse und den Zwölfen zur Ehre! Und wenn Ihr mir auch dann noch zur Seite stehen wollt”, er blickte den Knappen hoffnungsvoll an, “dann will ich es als besondere Ehre betrachten, mit Euch meinen Bussgang anzutreten!”