Dohlenfelder Thronfolgestreit - Ein Feldzug

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Texte der Hauptreihe:
K6. Ein Feldzug
K28. Sieg
K95. Kajax
F25. Epilog
Autor: Reichskammerrichter, Geron, weitere
Salmingen, 1032

Erlan von Sindelsaum hatte sich kurz mit seiner Frau und einem weiteren Ritter im Wappenrock Sindelsaums beraten und hob dann zu sprechen an.
„Euer Ausbruch sei euch verziehen, werter Ritter. Es scheint mir leider auch so, als wäre eure militärische Lösung die Beste. Nichts desto Trotz sollten wir Twergenhausen auf unsere Seite bringen. Zum einen kontrolliert die Stadt entscheidende Landstriche, und zum anderen möchte ich mich nicht deren Bürgerwehr gegenüber stehen. Ich kann wohl zwei Dutzend Reiter für einen solchen Handstreich bereitstellen. Eine Hand voll ehemaliger Sappeure hätte ich auch noch dabei, doch diese sind eher darin geübt, ein Geschütz zu bedienen oder Belagerungsgerät zu bauen. Es scheint, als müssten diese Söldner für ihr Gold auch wirklich bluten. Ich hoffe nur, dass uns ein echtes Blutbad erspart bleibt.“
Ihre Hochwürden Leuengunde vom Berg war der Diskussion interessiert gefolgt, räusperte sich nun und ergriff das Wort:
Korbrandt, da der Herr von Sindelsaum eure Entschuldigung bereits annahm, möchte ich Eure Unbeherrschtheit von eben gar nicht mehr kommentieren. Euer Vorschlag dagegen, Hohe Dame Rondirai, die ritterlichen Anhänger beider Parteien gegeneinander antreten zu lassen, statt tumbe Horden aufeinander lostoben zu lassen, oder gar zu noch weit ehrloseren Mitteln zu greifen, scheint mir eine sehr reizvolle Idee, gerade da sie historisch ohne eindeutige Präzedenz erscheint. Der Herrin Rondra wäre solch ein Ringen sicherlich auch wohlgefälliger als ein fast phexisches Überrumpeln des Feindes – mit Söldnerpack gar, das des Goldes wegen und nicht um der Ehre willen, der Freundschaft wegen oder für den Ruhm der Göttin streitet!“
Gorwin wollte der Geweihten nicht ins Wort fallen oder ihr widersprechen. Beide Wege standen nun offen. Allerdings sah der Eisensteiner Ritter für das Gelingen des Vorhaben Hagens weit größere Aussichten bei einem geschickt ausgeführten Manöver, auch mit Söldnern und vor allem den Leuten des Tandoschers, als einem vergleichenden Antreten, bei dem Parteien Parteien gleiche Aussichten auf Erfolg gegeben wurden. Das „Piratenpack“ Tandoschs war sicher nicht besonders beliebt in Eisenstein, doch über ihre Fähigkeiten musste man nicht viel diskutieren, das musste er anerkennen. Zu einem großen Blutvergießen musste es nicht kommen, es musste nur ein guter Plan her und umgesetzt werden. Ansätze gab es bereits.
Schlimmer noch war es bei dem ritterlichen Austragen, dass es am Ende tatsächlich auf einen Zweikampf zwischen den Brüdern hinaus laufen konnte. Bei solch einem Zusammentreffen räumte Gorwin Angrond weit größeren Erfolg ein. Doch wollte er sich nicht wiederholen und unnötig unbeliebt machen. Auch wollte er in der Sache nicht eigennützig sein, doch ein solcher Weg würde zu viele Parteien, wie den Albenhuser Bund außen vor lassen und damit auch viele Möglichkeiten für die Zukunft Dohlenfeldes einschränken.
Gorwin wandte sich mit etwas gesenkter Stimme an den nahebeisitzenden Roklan von Galebquell, vor allem der Geweihten nicht zu hörbar.
„Ihre Hochwürden in allen Ehren, und ich kann ihren Standpunkt verstehen, doch können wir uns wirklich auf ein solches Ringen, auf einen Vergleich mit ungewissen Ausgang einlassen?“
„Nun ja es stimmt leider. Wenn wir ein Turnier, oder ähnliches veranstalten, erkennen wir Angronds Anspruch als gleichwertig an. Sein Anspruch ist dem Hagens nun aber deutlich unterlegen, von daher müssen wir wohl wirklich einfach für Tatsachen sorgen. Wenn es ohnehin nur zwei feindliche Burgen gibt und eine davon sich uns ergibt, sobald wir mit einem Heer vor ihren Toren auftauchen sollte es ja eine machbare Aufgabe sein, Angrond zu bezwingen. Wenn er erst einmal in seiner Burg eingeschlossen ist und das ganze Land unter unserer Kontrolle steht, verhandelt es sich auch gleich ganz anders. Eure Besorgnis über eine Verheerung des Landes teile ich nicht so ganz. Es ist ja nun wirklich kein Naturgesetz, dass Söldner mordend und brandschatzend durch die Lande ziehen. Solange die Versorgung in Ordnung ist und die Disziplin durch uns Ritter aufrechterhalten werden kann müssen wir uns glaube ich keine Sorgen machen.“
"Ich darf - ich muss - euch widersprechen, Baron Sindelsaum. Meiner Erfahrung nach ist es - leider - sehr wohl ein 'Naturgesetz', dass, wo Söldner sind, auch getrunken, gestohlen, geplündert, gemordet und gebrandschatzt wird - oft auch oder gerade nach dem Ende der eigentlichen Kampfhandlungen. Eigentlich ist das allgemein bekannt. Das sollte es zumindest. In den Augen manches Feldherren liegt unter anderem in dem Schrecken, den sie verbreiten, der besondere Nutzen der Mietlinge. Mitunter hilft gerade der schlechte Ruf eines Söldnerbanners, einen Kampf zu vermeiden. Manch eine belagerte Stadt hat sich angesichts eines Söldner-Feldzeichens dem Angreifer kampflos ergeben, weil die Bürgerschaft die Plünderungen durch das Söldlingsvolk fürchtete. Söldner, die den Khunchomer Kodex zur Grundlage ihrer Anwerbung machen, lassen es sich meist teuer bezahlen, wenn sie auf ihr 'Recht', Beute zu machen, verzichten sollen!"
Rondirai dozierte, als gehöre sie zum Lehrpersonal einer Kriegerakademie und hielte einer Gruppe grünschnabeliger Kadetten einen Vortrag, doch ihrer Miene war anzusehen, dass sie wusste, wovon sie sprach, den "Schrecken" teilweise sogar mit eigenen Augen gesehen hatte.
Erlan runzelte die Stirn.
„Nun ja, meine Dame. Mir scheint, dass die Nordmärker ihre Söldner während des Feldzuges in Albernia gut unter Kontrolle hatten, solange sie diese nicht alleine operieren ließen. Natürlich muss man aufpassen, welche Söldnertruppe man anwirbt, aber solange sie an Zahl nicht Ritter und Waffenknechte übersteigen und sie von Anfang an sorgfältig ausgewählt werden, sollten wir doch in der Lage sein, diese Leute unter Kontrolle zu halten. Soweit ich das bisher erlebt habe, ist die Disziplin bei den meisten Söldnerhaufen besser als bei einfachen Waffentreuen. Und wer dann trotzdem plündert, wird eben aufgeknüpft, da gibt es nicht viel Feder lesen. Ich bin auch durchaus bereit, den Soldknechten mehr Sold zu bezahlen, wenn sie das vor Übergriffen auf die Zivilbevölkerung abhält.“
„Dann sollten wir schleunigst in Dohlenfelde anwesend sein.“
Rau und im harten Brabacki Al'Anfas erklang die Stimme des tandoscher Korgeweihten.
„Die getreuen Vasallen in Dohlenfelde brauchen Unterstützung, andernfalls wird Angrond sie nacheinander ausschalten und Dohlenfelde ist verloren. Wenn jeder Übergriff Angonds eine Razzia gegen seine Getreuen zur Folge hat, wird ihm das seine Handlungsmöglichkeiten nehmen. Meinen Jungs und Mädels wären dazu bestens geeignet.“