Die Spur des Greifen - Nichts Neues

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Texte der Hauptreihe:
K2. Wengel
K3. Goro
K7. Nichts Neues
Pra 1042 BF am Abend
Nichts Neues
Eine Tasse Tee

Kapitel 7

Autor: Nale

Baronie Greifenpass, Trottweiher, Schloss Libellensee, Praios 1042

„Fürst Anshold lässt Euch die Besten Grüße überbringen“, richtete die Rían aus, nachdem sie alle gegrüßt und sich einen Platz an der kleinen Sitzgruppe im Schatten einiger mächtiger und dicht belaubter Bäume unweit des Trottweihers gesucht hatte, „Weiter soll ich Euch sagen, dass er sich sehr darüber freuen würde, Euch wieder einmal auf der Thalessia zu sehen.“

Nale von Boltansroden seufzte schwer. Sie war sehr blass, wirkte ausgelaugt und erschöpft. Man sah ihr an, dass sie die letzten Tage kaum Schlaf gefunden hatte. Außerdem war ihr Gesicht noch ein bisschen schmaler geworden, dafür zeichnete sich bereits jetzt ein kleines Bäuchlein gegen ihre rotes Kleid ab.

„Er hat Aldiran noch gar nicht gesehen“, wisperte die Baronin langsam und blickte gedankenverloren auf den Seen hinaus. In den Bäumen über ihnen stimmten einige Vögel ein liebliches Lied an.

„Dafür wird es noch ausreichend Gelegenheiten geben, Euer Hochgeboren“, versicherte Líadáin nickend, die zur Linken der Baronin saß, „Euer Sohn ist doch noch so klein und am Besten bei Euch, seiner Mutter, hier auf dem Schloss aufgehoben.“

Zustimmend nickte sowohl Rianod, als auch der Braniborier, der zur Rechten der Baronin saß.

„Wie Recht Ihr doch habt...“, schloss sich Nale lahm an, ihr Blick ruhte noch immer auf dem See und in der Runde wurde es still, bis Fernando eine Kanne Tee auf dem Tisch in der Mitte platzierte und seiner Pagenmutter einen Becher davon eingoss.

„Euer Tee“, sagte der Almadaner und schob den Becher in ihre Richtung. Da wandte sie ihren Blick auf ihren Pagen und nickte ihm liebevoll zu. Anschließend lenkte sie ihre Aufmerksamkeit auf die Rían: „Ich nehme nicht an, dass es etwas Neues von Fürst Anshold meines Bauvorhabens betreffend gibt?“

„Ich fürchte...“, hob diese nun seufzend an, „... ich kann Euch dazu bedauerlicherweise nichts Neues berichten. Auch mir gegenüber erklärte Fürst Anshold, dass er sich diesbezüglich erst einmal mit seinem hinterkoscher Vetter besprechen müsse. Aber prinzipiell, ja prinzipiell stünde er ja hinter Euch und Eurem Vorhaben, denn es ging hier ja um die Sicherung des Greifenpasses nach außen – selbstredend nicht zum Hinterkosch...“

„Natürlich nicht zum Hinterkosch!“, spottete Nale da kopfschüttelnd, „Doch wenn sie dann doch einmal über den Pass kommen sollten, werde ich ganz gewiss nicht die Tore für sie öffnen! Nein, ganz bestimmt nicht! Dann werde ich so viele zu Boron schicken, wie ich kann.“

„Ihr könnt Euch auf das Haus Rían verlassen!“, stimmte Rianod ihrer Baronin zu, deren Haus unter den Loyalisten gekämpft hatte und in seiner Geschichte schon mehrfach der Auslöschung nahe gewesen war. Dafür erntete sie sogleich einen tadelnden Blick ihrer Schwester, die nichts von dem ganzen Mord und Totschlag hielt.

„Dem kann ich nichts mehr hinzufügen“, erwiderte der Praiot knapp, der noch eine Sache mit den Hinterkoschern zu begleichen hatte, obgleich niemand so recht wusste, was das für eine Sache war.

„Abgesehen davon, hält Fürst Anshold Euer Vorhaben für eine durchaus wichtige Angelegenheit“, endetet die Rian schließlich.

„Wichtig?“, frotzelte der Braniborier mit ernster Miene, „Und wie wichtig es ihm ist, sehen wir ja! Auf solch eine Unterredung werdet Ihr wohl lange warten...“

„Ewig trifft es vermutlich besser“, seufzte die Baronin schwer.

„Steter Tropfen höhlt den Stein, Euer Hochgeboren“, gab die Geweihte zu bedenken, „Außerdem hat er dieses Mal nicht nur die Bedeutung Eures Vorhabens betont, sondern sogar auch kundgetan, dass Ihr und Euer Vorhaben seine Unterstützung genießt.“ Mit diesen Worten schaute Líadáin ihre Schwester Rianod auffordernd an.

„Ihre Hochwürden hat Recht!“, stimmte diese eilig nickend zu, „Es ist ein Fortsch...“

„Der hohe Herr von Trottweiher“, kündigte da Zoran an, dem auf dem Fuße Darian von Trottweiher folgte.

Der Ritter war ein großer, schlanker, ja geradezu sehniger Mann mit von Wind und Wetter gegerbter Haut. Seinen 60ten Tsatag hatte er bereits hinter sich gelassen, wovon sein vollkommen ergrautes einst rabenschwarzes Haar zeugte. Nur seine Augen, seine tiefbraunen Augen, waren noch genauso wachsam wie früher. In diese Augen hatte sich die Rían damals augenblicklich verliebt, das war nun unzählige Götterläufe her, aber seine Augen übten auch heute noch eine unglaubliche Anziehung auf sie aus.

„Euer Hochgeboren, euer Hochwürden, euer Gnaden“, grüßte er die Anwesenden und wandte sich abschließend seiner Gattin zu, „Meine liebliche Kornblume.“