Der Flug der Falken

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Texte der Hauptreihe:
K1. Der Flug der Falken
Per 1023 BF
Der Flug der Falken
Der Geisterreiter

Kapitel 3

Der Geisterreiter
Autor:?

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Ausgabe Nummer 29 - Peraine 1023 BF

Falkenritter © M. Lorber
Zu Angbar, an des Winters End
Dreimal tönten die Fanfaren, als Seine Durchlaucht Blasius vom Eberstamm den Rittersaal der Thalessia betrat. Um seine Schultern wehte ein waldgrüner, mit schwarzem Pelz besetzter Mantel, ein Page trug Ondifalors, des Hauses Banner, hinterdrein. Ein sanfter Schimmer der Freude trat in die Augen des gütigen Monarchen, die vom nächtelangen Wachen und Grämen am Krankenbette seines Sohnes mit dunklen Ringen unterzogen waren. So verharrte er einen Augenblick in der Türe des Saales, ein wackerer Fürst und liebender Vater zugleich. Die Koscher Lehensleute senkten ehrerbietig ihre Häupter.
Herr Blasius nahm auf dem schlichten, schweren Thronsessel Platz und ließ die Blicke über die Runde schweifen. Da prangten die Banner der vier Grafschaften: die Wengenholmer Eichen und Äxte, die beiden Angbarsche des Seelandes, auf Schwarz die Schetzenecker Koschammer und zuletzt der breite Balken aus Blau für die Flußherrschaft Ferdoks. Doch auch Wappen und Schilde aus andrer Herren Länder glänzten im Golde der Praiosstrahlen, die durch die hohen Fenster des Wasserschlosses fielen und sich auf den Brünnen und Helmen und Klingen brachen – mit Wohlgefallen sahen Praios und seine elf göttlichen Geschwister am heutigen Tage auf das Eherne Angbar, wo sich die Blüte der Ritterschaft versammelt hatte, um eine heilige und hehre Queste auf sich zu nehmen.
„Ihr edlen Leute“, begann der Fürst mit rauher Stimme, „seid willkommen in Unserer Halle, meine treuen Koscher, und auch alle, die von weither zu Uns kamen, um ihre Hilfe anzubieten. Der Anblick so vieler aufrechter Streiter läßt mich wieder Mut und Hoffnung schöpfen, daß meinem Sohne bald Heilung zuteil wird.“
So sprach er und gab dem Herold Hernobert von Falkenhag einen Wink. Dieser trat in die Mitte und schlug dreimal mit dem erzbesetzten Stabe auf den eichenen Boden:
„Merket auf! Zwölf edle Recken haben sich eingefunden, zu reiten und zu forschen in der Götter Namen, welches Mittel und Arzenei den Prinzen Edelbrecht, des guten Fürsten wackren Sohn, von seiner Wund’ und Sieche kann erlösen! Wer kam, in Rondras Zeichen diese Queste auf sich zu nehmen, trete nun vor, nenne uns Namen und Herkunft und aus welchem Grunde er die Heldenfahrt antreten will.“

Junger Mut im Eberzeichen
Da trat aus der Schar der Ritter, die sich zu diesem Behufe eingefunden hatten, der noch junge Halwart vom Eberstamm aus dem Hause der Burggrafen von Ochsenblut vor seinen fürstlichen Onkel. Mit leuchtenden Augen sagte er: „Mein Ohm, da es um das Leben und die Rettung meines Vetters geht, bitte ich Euch um die Gunst, als erster diese Bürde tragen zu dürfen.“
Seinem Ansinnen nickte der Herrscher freundlich zu, und der Herold Hernobert reichte dem jungen Streiter ein Medaillon, auf dessen Vorderseite der fürstliche Eber, auf der andern aber ein ritterlicher Falke zu sehen war.
„Solches mögt Ihr tragen als sichtbares Zeichen, daß Ihr im Namen des Fürsten auf diese Queste reitet. Es möge Euch schützen und Achtung im Lande Baduars und Halmdahls eintragen.“
Als nächstes meldeten sich Edle aus den Grafschaften des Kosch: zuvörderst der junge Lucrann von Auersbrück, Hausritter der Wengenholmer Grafenfamilie, ein wackerer Mann mit kastanienroter Lockenmähne und aufrechtem Blick. Alsdann der Sänger Wolfhardt von der Wiesen, der zu den Vertrauten des kranken Prinzen zählte und ihn auch nach Trallop begleitet hatte, wo er die Wunde empfangen.
Viele altgediente Vasallen wie Immo von Gormel und Alderan von Zweizwiebeln waren ebenfalls zugegen, doch hatten sie bekundet, in dieser Sache dem jungen Rittersvolk den Vortritt zu lassen. In Ferdok hingegen, so hieß es, hatte man um die Ehre turniert, und aus den Reihen dieser Grafschaft war der wackere Feron von Nadoret zum Fürstenhofe entsandt worden.

Ein Kavalier aus fremden Landen
Nun aber bat ein Herr ums Wort, der schon seit einigen Tagen als Gast auf der Thalessia weilte und, wie man sagte, beim Fürsten Audienz erhalten hatte. Gewandet war er in eine rote Paradelivrée mit dem Bild eines goldenen Drachen; auf dem dunklen Haarschopf saß ein kecker Federhut – offenbar ein Außerkoscher, ein Liebfelder obendrein! Leises Gemurmel erhob sich, und so manches weibliche Augenpaar blickte mit Wohlgefallen auf die schneidige Statur des Fremden.
„Euer Durchlaucht“, begann dieser in wohlgesetzten Worten, „mein Name ist Rondriguez Peraldo, Cavalliere di Fontaine Noire aus dem Horasreich. Wie Ihr bereits wißt, war ich auf dem Wege zur Front im Osten, als mich die schlimme Kunde ereilte und in mir den Wunsch aufkommen ließ, dem Hause Eberstamm meine Hilfe anzutragen.“
Dies alles sprach er in gewandter, fließender Weise und in einem Atem. Mit einer knappen und doch galanten Verbeugung, die Stolz verriet, empfing er das Eberamulett; desgleichen nach ihm Herr Axar-Hluthar von den Wolven aus dem Greifenfurtschen Finsterrode, dessen Taten im Orkenkrieg bereits vielen der Anwesenden bekannt waren.
Ebenfalls aus dem Norden, dem benachbarten Andergast, waren zwei Streiter angereist, jedoch wohl ohne voneinander zu wissen. Der eine ein hochgewachsener Krieger, Baldur Celebrata mit Namen, der andere nannte sich Eichhardt von Eichroden-Waldtreu und trug als sprechendes Wappen eine Eichel auf dem Schilde. Er brachte er sein Ansinnen nach kurzem Zaudern, doch mit vorher wohlbedachten Worten vor dem Herren Blasius und der großen Versammlung zu Gehör, und dieser schaute durchaus mit Wohlgefallen auf den wackeren Fremdling und ließ auch ihm das Zeichen der Questritter umhängen.
Da ertönte eine helle Stimme: „Wollt Ihr mich denn einmal nach vorne lassen … sonst sind’s am Ende nur Mannsbilder, die auf Queste ziehen!“
Und gleich darauf sah man eine noch sehr junge Ritterin in die Saalesmitte schreiten und sich schwungvoll vor dem Fürsten verbeugen, daß ihr wallend roter Haarschopf um ihre Wangen flog. Als sie sich erhob, blitzten zwei Smaragdaugen aus ihrem sommersprossigen Gesicht hervor, und mit albernisch singendem Tonfall sagte sie: „Durchlaucht, verzeiht bitte mein forsches Auftreten, aber uns Alberniern liegt’s eben im Blute … und ich brenne darauf, mich der edlen Schar hier anzuschließen. Macha Ni Grainne ist mein Name, Junkerin von Weidenau, aus dem schönen Abagund.“
„Das Mädel gefällt mir, stürmisch wie die Leuin“, raunte der Fürst seinem Sohne Anshold zu, der mit hochgezogenen Brauen neben seinem Vater saß, und der Kämmerer Polter von Stielzbruk ließ einen Pfiff hören. Mit Stolz ließ sich die albernische Schwertmaid die Kette überreichen.
„Fürwahr, wer hätte gedacht, daß so viele Edle aus anderen Landen Eurem Aufrufe folgen, Herr Vater, und manch bekannter Name ist darunter“, bemerkte Prinz Anshold.
„Doch wer sich dort in der schwarzen Rüstung birgt, wüßte ich gerne. Herr Ritter, seid auch Ihr gekommen, um uns Eure Hilfe angedeihen zu lassen?“
Der so angesprochene, ein Krieger in nachtschwarzem Kettenpanzer, verneigte sich. Sein Wappenschild war weiß gehalten, nur in der rechten, oberen Ecke prangte ein Löwenhaupt.
„Robran von Löwenhaupt ist mein Name, durchlauchtigster Fürst, ich bin der Drittgeborne des Vogts von Altentrallop, Frau Walpurgens Vasall. Die schwarze Rüstung trag’ ich als Zeichen der Dämonenschlacht. Eines Dämons gift’ges Blut hat sie gefärbt.“
„Meiner Treu!“ rief der Herr Blasius aus, „was für ein Zeichen! Ihr wißt, daß der Schild meines Ahnherrn Baduar gleichfalls auf Brig-Los Wallstatt geschwärzt wurde und seither kein Silber mehr in Unserm Wappen glänzt?“
„So sehe ich in dieser Gemeinsamkeit noch einen Grund mehr, Eurem Haus in dieser Sache zu Diensten zu stehen – wenn es denn eines weiteren Grundes bedürfte als der ritterlichen Tugend.“
„Wacker gesprochen!“ lobte der Fürst. „Und Wir halten die Gebote der Ritterlichkeit stets in hohen Ehren. Doch was sehe ich, ein Gefolgsmann der Göttin ist auch unter uns?“
Es war ein Ordensritter, auf dem des Fürsten Blicke ruhten: ein kräftiger Mann mittlerer Größe, mit sauber gestutztem Bart, wie ihn auch die meisten der Koscher trugen, in eher schlichtem Wams, doch einem glänzenden Küraß.
„Siron Luchsenhain von Gashok bin ich, vom Orden der Schwerter zu Gareth“, sagte er mit fester und klarer Stimme.
„Viele Male focht ich im Namen der Göttin wider Dämonenwerk, und so will ich auch ein Mittel gegen jene Macht finden, die Eures Sohnes Leiden nährt.“
Auch diese beiden frommen Streiter hieß man in der Runde willkommen mit dem Zeichen von Eber und Falken.
Als letzter, wie es schien, senkte sich nun ein schon ergrauter Edler vor dem Thron aufs Knie:
„Mein Fürst“, begann er, „viele junge und tapfere Helden sind es, die Eurem Rufe folgen. Doch wenn mein Haar schon grau ist wie der Winter, so ist mein Arm noch immer stark, und vielleicht dürfen sich meine Jahre auch einer gewissen Besonnenheit rühmen, die der Jugend fehlt. Zudem habe ich einen besonderen Grund, mich auf diese Queste zu begeben.“
„Welchen, Herr Odur von Eichental?“ sprach der Fürst, der den fast gleichaltrigen Recken wohl kannte.
„Ihr mögt es nicht wissen, doch einer meiner Ahnen gehörte zu jenen zwölf Rittern, die der heilige Baduar entsandte, wie es die Märe berichtet.“
Erstauntes Raunen erfüllte den Saal.
Dann erwiderte der Fürst: „So sollt Ihr es sein, Herr Odur, der den Kreis zwischen Altem und Neuem schließt.“
Und erfreut über diesen Zufall hängte der Fürst ihm eigenhändig die prangende Kette um Hals und Schultern.

Der dreizehnte Krieger

In diesem Augenblick aber wurde die Türe geöffnet, und ein Ritter kam eiligen Schrittes herein, daß die Glieder seines Kettenhemdes rasselten. Am Arme trug er einen Schild, darauf das Haupt eines Einhorns zu sehen war.
Hernobert von Falkenhag trat dem Neuankömmling entgegen und fragte ihn nach seinem Namen. Der aber sank vor dem Fürsten aufs Knie: „Euer Durchlaucht, edler Fürst! Gewiß sind Euch mein Aussehen und mein Name noch in Erinnerung, verbunden mit einer Schuld, die ich nun einlösen möchte. Ich bin Bragon Mandarvawin, der Eurem wahrlich fürstlichen Mute sein Leben zu verdanken hat – als Ihr mich auf der Jagd zu Trallop vor eines Bären Tatzen bewahrtet.“
„Gewiß doch!“ erwiderte der Fürst, und sein Gesicht leuchtete vor Freude auf. „Wir erinnern Uns gerne daran, das war ein gutes Tagewerk.“
„Mehr als das, Durchlaucht! Und da ich Euch mein Leben verdanke, will ich im Gegenzug das Leben Eures werten Sohnes retten. Ich bitt’ Euch, entsendet mich auf diese Queste.“
„Nichts lieber als das, guter Herr Mandarvawin“, begann der Fürst, doch da erklang des Herolds Stimme: „Verzeiht, Durchlaucht, doch ist die Zahl der zwölf Streiter bereits vollzählig, wie es des Prinzen Traum beschrieb. Es müßte zuvor ein andrer von dem ehrenvollen Amte zurücktreten, doch von wem wollte man solches verlangen?“
Da waren sie alle sehr verlegen, und besonders der Weidner Ritter stand da mit gesenktem Haupte.
„So ist es mir nicht vergönnt, diese meine Schuld zu begleichen? Es muß doch einen Ausweg geben, bei meiner Ehre!“
Der Fürst bedachte eine Weile den seltenen Fall, dann wandte er sich an den Hochgeweihten des Angbarer Rondratempels, Leodan von Tandosch.
„Hochwürden, Euer Rat! Die Wege der Zwölfe sind zwar unergründlich, doch kann ich mir nicht vorstellen, daß die Frau Rondra zürnen wird, wenn wir mehr fromme Ritter entsenden als vorgesehen.“
Ein Lächeln – ein seltener Gast im Gesicht des schweigsamen Nordmärkers – stahl sich auf die Lippen, als er dem Monarchen erwiderte:
„Ein solcher Gedanke scheint mir zwar, mit Verlaub, nicht ganz unphexisch zu sein, doch ist das Anliegen des Ritters Mandarvawin durchaus im Sinne der Herrin und sollte darob nicht ausgeschlagen werden.“
Erfreut blickte der Genannte auf den Priester, dann auf den Fürsten.
„So darf ich mich glücklich wähnen...?“ brachte er hervor.
„Gewiß“, erwiderte der Fürst.
„Nur will’s mir nicht gefallen, daß es nun dreizehn Ritter sind. Das ist eine unheilige Zahl, selbst wenn die Kaisersteuer von dreizehn Silbertalern der Königin gefällig ist.“
„Da weiß ich Rat!“ ertönte aus den Reihen der Vasallen eine tiefe Stimme. Sie gehörte einem Angroscho in einer herrlich glänzenden Rüstung, wie sie nur die vornehmsten und reichsten tragen.
„Ich bin aus der Sippe des Bergkönigs Gilemon von Koschim, und Garbolosch, Sohn des Gendax, ist mein Name, und Gratox Kantenheld war mein Vaters Vater. Ich bin durchaus bereit, solch eine große Aufgabe zu übernehmen. Solange ich dabei nicht zu Pferde reiten muß, mit Verlaub.“
„Auf die Zwerge ist eben Verlaß“, brummte Herr Blasius zufrieden und hieß den Herold Falkenhag, sich um zwei weitere Abzeichen für den Weidner und den Koschimer zu sorgen.
Doch es hätte des wackeren Zwergen nicht einmal bedurft, um die unheilige Zahl zu vermeiden. Denn ganz, als würden die Götter die Erweiterung der edlen Schar begrüßen, trafen noch am nämlichen Tage nicht weniger denn vier weitere Streiter in Angbar ein, die von weither kamen und ob der schwierigen Wegverhältnisse zu dieser Jahreszeit beinahe den rechten Zeitpunkt versäumt hätten!
Die eine war eine Ritterin aus altem Geschlechte, durch ihre schwarzroten Haare und die grünen Augen der jungen Albernierin Ni Grainne nicht unähnlich: zwar kleiner von Wuchs, doch nicht minder feurig und entschlossen. Lissmene von Mönchbach nannte sie sich und trug einen herrlich geschmiedeten Zweihänder mit Namen „Feuerblitz“, den sie mit ihres Vaters Freund, dem Zwergen Boglim, selbst geschmiedet hatte.
„Diese Klinge und meine Tatkraft stelle ich zu Eurer Verfügung“, so sprach sie, und die Koscher hörten ihre Geschichte mit Wohlgefallen.
Der zweite hieß Praiodan Zacharias Ehrwald, ein gestandener Recke, der von der fernen Insel Jilaskan stammte, doch seither in manchen Jahren weite Teile des Landes kennengelernt hatte.
Und noch eine edle Dame hatte sich eingefunden, Torja von Donnerhall, die aus Baliho stammte und erfreut war, bereits einige Weidener Landsleute vorzufinden.
Als letzter im Bunde zählte der junge Wolfhart Leon Sigiswild von Aarenfels zu Föhrenwacht, der siebente Sohn eines Edlen aus dem mittnächtlichen Wengenholm, der vor gut zwei Wintern auf Aventüre gezogen und nun durch den Ruf des Fürsten eilends in die Heimat zurückgekehrt war. Da der Junker einen tiefen und frommen Glauben an den Schweigsamen Boron hegte, maß er dem Traume des Prinzen Anshold große Bedeutung bei.
So also wurden aus den zwölf Falken eben dieses Traumes nun achtzehn Ritter, die sich anschickten, auf eine lange Aventüre zu ziehen.
Dies aber taten sie mit dem Segen der Zwölfe und der streitbaren Herrin zuvörderst, indem sie in Ihren heiligen Hallen zu Angbar die Schwertmesse zelebrierten, wie es seit Alters her der Brauch ist. Und von den Höhen der Wände blickten die Statuen des heiligen Baduar und anderer Helden mit Wohlgefallen auf sie hernieder, als der Hochgeweihte Leodan von Tandosch ihre Schwerter segnete und ihnen aus den Schriften der Rondrakirche zitierte:
„So ein Ritter ausziehet auf Queste, da geschehe es in Ihrem heiligen Namen. Und er übe sich in Demut, solange er fahret, und in allen Tugenden seines Standes. Niemand sei dem Ritter Gefährte denn sein Roß und ein Knappe, dem er als Beispiel vorangehe. Wo immer Arges und Not sich darstellt, sei er aufgerufen, zu helfen und zu lindern, das Recht zu wahren und die Herrlichkeit der Zwölfe zu preisen.“
Mit diesen Worten entsandte er sie, und unter dem Jubel des Volkes zogen die edlen Ritter aus in die vier Grafenlande des Kosch: nach Wengenholm die einen, wo die Berge gen Himmel stürmen; ins Ferdoker Land, das der Große Fluß durchströmt, bis er auf seinem Lauf den Amboß grüßt; ins Hügelland und an die Ufer des Grauen Sees mit seinen Mären und Sagen; und hinüber in den Schetzeneck mit seinen Tälern und dichten Forsten.
Vom höchsten Turme noch blickte ihnen der gütige Herr Blasius lange nach und sprach ein frommes Gebet an die Zwölfe, daß die Edlen bald zurückkehren mögen mit einem Heilmittel für seinen Sohn, dessen Wunde ansonsten nimmer heilen mochte.
Kosch-Kurier 29