Der Dachs und seine Jungen - Eine Fehde zu führen

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Texte der Hauptreihe:
K1. Eine Fehde zu führen
Tra 1032 BF
Eine Fehde zu führen

Kapitel 1

Ein Winter in den Nordmarken
Autor: Geron

Es war Mitte Travia 1032 und Erlan von Sindelsaum blickte versonnen aus dem Wohnzimmerfenster seines Angbarer Stadthauses. Hinter ihm saßen seine Frau Alvide, sein Großvater Alderan und sein Hausritter Balinor. Die Sache war nicht so einfach. Es würde in den Kampf gehen. Nicht gegen Albernier, oder Orks, sondern gegen Hinterkoscher. Auf dem großen Ratschluss zu Salmingen hatten sich die Freunde und Verbündeten Hagens auf eine gewaltsame Lösung des Konflikts geeinigt. Erlan war über diese Lösung wenig froh. Er war kein Mann mit großen kriegerischem Elan und er hatte in Albernia schon genug einstecken müssen. Ein weiterer Kriegszug in diesem Jahr war eine Belastung, der er sich nicht gerne aussetzte.

Sie hatten sich besprochen und sich entschlossen Söldner anzuwerben, um die Reihen der kleinen Burgwache aufzufüllen. An eigenen Truppen konnte Erlan wohl nur zehn Waffenknechte aufbieten. Dazu kamen dann noch die Familienmitglieder, die ihm folgen würden, aber das waren nicht viele. Werber würden nun ausziehen und bekanntmachen, dass der Sindelsaumer Baron Mietlinge benötigte. Erlan war gespannt, wie das funktionieren würde. Die Aufstellung seiner Burgwache war relativ einfach gewesen. Er hatte schlichtweg Kontakt zu Brugosch Ribbenstiel aufgenommen und dieser hatte ihm eine Anzahl Abgänger der Ausbildungskompagnie Wühlschrate vermittelt. Er hatte fähige Leute anwerben können. Viele von ihnen hatten vorher als herrenlose Söldner gedient und sich gefreut eine gutbezahlte Stellung in den friedlichen Hügellanden anzunehmen. Nun eine Söldnerkompagnie aus dem Boden zu stampfen würde in dieser kurzen Zeit nicht gerade einfach werden.

Zunächst galt es jedoch die Fehde formal zu erklären. Es war eine Sache eine Fehde zu führen und eine andere ohne Ankündigung in das Land eines anderen Adligen einzufallen. Die Gebote verlangten nach einem ordentlichen Fehdebrief. Ruhig verfasste Erlan den Brief und beachtete dabei auch den Rat seiner Freunde.

Wisset, Wohlgeboren, dass der Baron von Sindelsaum mit all seinen Vasallen und Untertanen euer Feind geworden ist, denn wir schätzen den Baron Hagen höher, als euch. Aus diesem Grund kündigen wir euch die Fehde an. Gemeine und deren Besitz sollen geschont werden, solange sie sich uns nicht in den Weg stellen. Euch sei es angeraten keinen Fuß mehr in unsere Ländereien zu setzen und das selbe gilt für eure Freunde und Verbündeten. Es sei euch jedoch zugesichert, dass wir die Gebote der Herrin Rondras achten werden, so wie auch ihr euch sicherlich an sie halten werdet.

Dieser Fehdebrief wird durch einen von uns gedungenen Herold im gesamten Koscher, wie auch Hinterkoscher Land bekanntgemacht werden.

Gegeben von eigener Hand zu Angbar

Baron Erlan von und zu Sindelsaum

Zufrieden lass sich Erlan noch einmal den Brief durch. Höflich und dennoch sachlich absolut klar. So konnte man die Fehde erklären. Es war das erste Mal, dass Erlan eine solche Handlung vornahm und dann auch noch aus Freundschaft einem anderen Adelshaus gegenüber.

Drei Wochen später stand Erlan im Hof seiner Burg Barabein und betrachtete die Horde Bewaffneter, die sich eingefunden hatte. Die Werber hatten ganze Arbeit geleistet. Aus dem Kosch und Umgebung hatten sich trotz der gleichzeitigen Werbung Hagens in Salmingen Soldknechte eingefunden. Aufmerksam besah er sich jeden einzelnen. Er konnte bei weitem nicht jeden nehmen, aber er war froh, dass er eine Auswahl treffen konnte. So mancher war dabei, den er in der Schlacht nicht an seiner Seite wissen wollte. Er hatte bereits einige Adlige angeworben, die ihn unterstützen würden. Da war die junge Ritterin Praiodane von Stielzbruk, die in Sindelsaum lebte. Ebenso diente Ungolf von Bärenstieg, Sohn des Edlen zu Eulensang unter seinem Kommando. Er war zwar kein Ritter, doch galt der junge Mann als sehr guter Langbogner, eine Fähigkeit, die Erlan bei der Schlacht um Angbar bezeugen konnte. Der letzte in der Runde war Geron von Bärenstieg. Ein fahrender Ritter und ein sehr fähiger noch dazu. Er hatte sich gerade auf dem Gut Eulensang aufgehalten, um seine Verwandtschaft zu besuchen und hatte zugestimmt unter Erlan zu dienen. Geron kannte Hagen bereits von gemeinsamen Turniererlebnissen und schätze diesen als guten Kämpfer.

Die Auswahl der Gemeinen war nun an der Reihe. Er hatte bevorzugt nach Berittenen, Schützen und Sappeuren Ausschau gehalten. Erlan war ein wenig enttäuscht, zwar war eine gewisse Anzahl an Söldner eingetroffen, aber die wirkliche Auswahl war nicht gerade groß.

An Berittenen hatten sich nur fünf eingefunden. Sie agierten bereits seit einiger Zeit als Gruppe und machten einen ganz ordentlichen Eindruck. Erlan hatte keine große Wahl, wollte er nicht völlig ohne Reiter aufbrechen musste er sie anwerben. Eine zehnköpfige Gruppe Langbogner machte einen guten Eindruck und Ungolf redete unablässig auf Erlan ein, um ihn zu überzeugen, dass sie ihr Gold wert waren. An Armbrustern waren nur sieben gekommen. Auch hier konnte er es sich nicht aussuchen. Er nahm sie nach einem Probeschießen in den Sold. Ebenso wie die Reiter waren sie wohl von durchschnittlicher Fähigkeit. Genau dasselbe Spiel widerholte sich bei den Sappeuren. Hier hatten sich erfreulicherweise zehn eingefunden, die über teils eindrucksvolles Können verfügten. Eine Horde Spießknechte aus dem Garetischen schickte Erlan jedoch wieder fort. Er hatte keinen Bedarf an solchem Kriegsvolk und sie wirkten auch nicht gerade sehr vertrauenserweckend. Die übrigen Verbündeten würden sich um einfaches Fußvolk kümmern. Seine Aufgabe war es kompetentes Belagerungspersonal heranzuschaffen. Einzelne Söldner nahm Erlan nach eingehender Prüfung keine in seinen Sold. Bedarf für Axtschwinger, oder Hellebardenträger hatte er keinen.

Letztlich nahm er auch die Langbogner in seinen Sold. Alles in allem waren es an Gemeinen nun 27 Fußknechte und fünf Berittene. Zusammen mit seinen übrigen Leuten ein ganzes Banner an Bewaffneten. Der Anblick erfüllte Erlan sowohl mit Stolz, als auch mit Furcht. Niemand konnte wissen, wie es in Dohlenfelde gehen würde. Es war wahrscheinlich, dass alles relativ glatt lief, aber es konnte auch zu einem blutigen Kampf kommen, der viele Leben kosten würde.